Totschlag oder Mord? : Angeklagter gesteht Tötung seiner Ex

Der Angeklagte  im Saal des Landgerichts in Rostock
Der Angeklagte im Saal des Landgerichts in Rostock

35-Jähriger beging Tat möglicherweise auch wegen Habgier

svz.de von
05. Dezember 2014, 20:45 Uhr

Ein wegen Totschlags an seiner früheren Lebensgefährtin angeklagter 35 Jahre alter Mann könnte sich nach Auffassung des Landgerichts Rostock auch eines Mordes schuldig gemacht haben. Zudem gibt es Hinweise, dass er die Frau bereits einige Tage früher als zunächst vermutet getötet haben könnte. Bislang wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, Anfang Februar die drei Jahre jüngere Frau mit einem Kissen erstickt und mehrere Tage später die Leiche in einem Wald vergraben zu haben.

Wie der Vorsitzende Richter gestern ausführte, ist der Mann verdächtigt, die Frau schon Ende Januar getötet zu haben. Damit habe er eine kurz zuvor begangene weitere Vergewaltigung verdecken wollen. Nach der Tat habe er die EC-Karte der Frau an sich genommen und bis Ende Februar insgesamt knapp 1000 Euro von ihrem Konto abgehoben. Dies lasse den Schluss zu, dass er auch aus Habgier getötet habe.

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Angeklagte die Tat gestanden. Er bedauere, was passiert ist, hieß es in einer Erklärung, die seine Anwältin verlas. An die Tat selbst habe er keine genauen Erinnerungen. Der Mann, der wegen Totschlags und Vergewaltigung angeklagt ist, bestritt jedoch wesentliche Teile der Anklage. Es habe keinen Streit gegeben, er habe die Frau auch nicht mit einem Kissen erstickt. Der Mann gestand eine Vergewaltigung der Frau an Silvester, machte dazu aber keine weiteren Angaben. Wegen dieser Vergewaltigung saß er kurzzeitig in Untersuchungshaft. Als er sich entschuldigte und sie ihm verziehen hatte, wurde er Mitte Januar aus der U-Haft entlassen. Auch die Vergewaltigung einer zweiten Frau im Mai gestand er im Wesentlichen ein.


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