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Güstrower gegen Vergütungsabsenkungen : Ambulante Pflege - Proteste halten an

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Trotz landesweiter Proteste gelten seit Mittwoch die niedrigeren Vergütungssätze für die häusliche Krankenpflege in MV. Lange hatten die Pflegedienste auf ein Einlenken seitens der AOK Nordost gehofft - vergeblich.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2012 | 10:07 Uhr

Güstrow | Trotz landesweiter Proteste gelten seit Mittwoch die niedrigeren Vergütungssätze für die häusliche Krankenpflege in Mecklenburg-Vorpommern. Lange hatten die Pflegedienste auf ein Einlenken seitens der AOK Nordost gehofft - vergeblich. "Die AOK hat sich überhaupt nicht bewegt. Das ist ein Schlag ins Gesicht für uns", sagt Günter Pringal vom gleichnamigen Güstrower Pflegedienst. Er ist einer der Anführer der Proteste in der Region. Doch noch ist nichts verloren, gibt sich Pringal kämpferisch. "Wir müssen und wir werden weiter Druck machen", kündigt er an. Schon ab nächster Woche sollen die Demonstration an wechselnden Orten in MV weitergehen.

Hintergrund der anhaltenden Proteste ist der nach drei Jahren Verhandlungen mit den Krankenkassen ergangene Schiedsspruch zur Vergütung der häuslichen Krankenpflege in MV, der eine Vergütungsabsenkung von 15 bis 20 Prozent für alle ambulanten Pflegedienste im Land zur Folge hat. Viele sehen damit ihre Existenz bedroht (SVZ berichtete). Deswegen soll der im Rahmen der Proteste erstmals in Güstrow entstandene Runde Tisch von Wohlfahrtsverbänden und privaten Pflegediensten nicht nur bestehen bleiben, sondern auch weitere Aktionen planen, sagt Heike Müller, die in ihrem Güstrower Krankenpflegedienst 26 Mitarbeiter beschäftigt. "Mit den jetzigen Kürzungen traut man sich kaum noch, neues Personal einzustellen. Kleinere Pflegedienste denken zudem darüber nach, Fachpersonal zu entlassen", sagt sie. Auch sie setzt, wie Pringal, auf eine Fortsetzung der Proteste. "Wir erwägen zudem weiterhin, gegen den Schiedsspruch zu klagen", so Heike Müller. Kommenden Dienstag trifft sich der Runde Tisch erneut bei. Zu ihm gehören u.a. die Diakonie, das DRK, die VS, die Awo sowie zahlreiche private Pflegedienste aus Güstrow, Krakow am See, Laage und Bützow.

"Wir müssen den Krankenkassen zeigen, dass es so nicht geht", sagt Heike Müller. Sie setzt auch darauf, dass die AOK angekündigt hat, zeitnah weiter Gespräche führen zu wollen. "Wir hoffen, dass die Kassen von der geringeren Vergütung Abstand nehmen." Günter Pringal wird noch konkreter: " Die Vergütung darf nicht abgesenkt werden, sondern wir brauchen mehr Geld." Er fordert eine Angleichung an das Westniveau.

In den vergangenen Wochen hatten landesweit Tausende Pflegekräfte für leistungsgerechte Zahlungen und mehr Zeit in der Pflege demonstriert. Zuletzt gingen am Montag in Stralsund etwa 150 und in Güstrow etwa 400 Mitarbeiter von Pflegediensten und Sozialstationen auf die Straße.

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