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Parchim: Expertin präsentiert innovative Vorschläge zur Belebung der Altstadt : Alternativen für Parchimer Baulücken

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Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Wismar Sabrina Lampe hat als gebürtige Parchimerin die zahlreichen Baulücken der Stadt ganz genau unter die Lupe genommen.

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erstellt am 24.Jul.2011 | 06:38 Uhr

Parchim | "Geplante Eigenheimbauten sind keine Lösung gegen die klaffenden Baulücken in der Parchimer Altstadt", meint Sabrina Lampe. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Wismar hat die gebürtige Parchimerin die zahlreichen Baulücken in der Kreisstadt wochenlang ganz genau unter die Lupe genommen und danach ihr Fazit gezogen. In ihrer Masterthesis zum Abschluss des Architekturstudiums hat sich die 32-Jährige mit dem Thema "StattBrache - Freiraum als Möglichkeitsraum" auseinander gesetzt. Ihr Betreuer, Professor Johann Niklaus Müller, lobte anschließend "die an Jahren noch so junge und an Kreativität so reiche Persönlichkeit".

Offen für Lösungen abseits des gängigen Handels

"Gewiss, es braucht noch viel Kreativität und Kraft, die Visionen zu den Baulücken der Stadt zu einem qualitätsvollen Teil des öffentlichen Stadtlebens zu entwickeln. Dazu bedarf es auch dem Engagement einer Stadtverwaltung, die sich offen zeigt, auch für Lösungen abseits ihres gängigen Verwaltungshandelns", ist sich Sabrina Lampe sicher und hat die Zusammenarbeit mit dem Parchimer Stadtplaner Norbert Kraft als Praxispartner schätzen gelernt.

Die konkreten Ideen, die Sabrina Lampe in der Parchimer Zeitung vorstellt, dürften Bewohner und Experten gleichermaßen aufhorchen lassen. Nachdem das städtische Bauamt in Zusammenarbeit mit mehreren Planungsbüros erst jüngst unter dem Motto "Das Eigenheim in der Parchimer Altstadt" eine achtteilige Flyerserie aufgelegt hat, um potenzielle Bauherren mit Entwürfen für Baulücken zu interessieren, liegt nunmehr ein Alternativvorschlag auf dem Tisch. "Aus der Anonymität der Baulücke werden Identifikationsorte für Nachbarschaft, Quartiere für die ganze Stadt geschaffen. Das Verwahrloste entwickelt sich zum Umsorgten, die Schmuddelfläche zur Kuschelfläche. Die Baulücke, auch die private, ist keine ,res privata, sie wird, in Zeiten des langfristig stagnierenden baulichen Wachstums, zu einer ,res publica - um Imageschaden von der Stadt abzuwenden", meint Sabrina Lampe. Dabei ist ihr durchaus bewusst: " Alle Vorstellungen zur Imageverbesserung Baulücken gebeutelter Altstädte sind nicht realisierbar - sagen die einen, die in ihrem Geiste noch immer in der Stadt des Wachstums verharren". Ihr Leitbild lautet: Minimaler monetärer Aufwand - maximaler Nutzen für Nachbarschaft, Stadtwanderer - sprich, für das Allgemeinwohl.

Eigenheime nicht auf der grünen Wiese, sondern im Zentrum

Der Parchimer Architekten Ulf Harm hat in den zurückliegenden Jahren zahlreiche historische Gebäude fachgerecht saniert und will weiterhin die Altstadt als attraktiven Wohnstandort entwickeln. "Die Baulücken zu Grünflächen umzugestalten, sie mit einem Zaun zu versehen oder als Parkflächen herzurichten, kann nicht die Lösung sein. Es ist wichtig, bauwillige Parchimer und auswärtige Interessenten davon zu begeistern, ihr Eigenheim nicht wie bislang üblich auf der freien Wiese am Stadtrand zu bauen, sondern im Zentrum der Altstadt", gibt sich der Architekt entschlossen.

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