Mecklenburger Aufbruch : Alternative Zeitungsneugründung aus MV

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Am Silvestertag des Jahres 1989 erschien der erste „Mecklenburger Aufbruch“

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03. Januar 2020, 20:00 Uhr

Es war eine verrückte Idee, die einige Enthusiasten um die Theologin Regine Marquardt da hatten: Eine eigene Zeitung herausgeben, um der Bürgerbewegung eine eigene Stimme zu geben, statt auf „gnädig“ eingeräumten Platz in Parteizeitungen zu hoffen. Am Silvestertag des Jahres 1989 erschien der erste „Mecklenburger Aufbruch“ - mit erheblicher Produktionshilfe des Schleswig-Holsteinschen Zeitungsverlags (sh:z) aus Flensburg - lange bevor der im Jahr 2005 Eigentümer der SVZ wurde.

Hier die Sonderausgabe in Pdf-Format: Mecklenburger Aufbruch

„Viel Enthusiasmus und Naivität beseelte die Macher“, blickte Chefredakteurin Regine Marquardt später zurück. „Ob wir in Kenntnis der Marktgesetze auch den Mut aufgebracht hätten? Wohl kaum, aber es waren eben wahnsinnige Zeiten.“ Der schleswig-holsteinsche „Pate“ Klaus May, damals Sprecher der sh:z-Geschäftsführung, erinnert sich: „Das waren neue Themen, neuartige Töne, eine andere Sprache als das bis dahin gedruckte Partei-Chinesisch; allerdings auch eine Spur pathetisch-pastoral, sprachlich anspruchsvoll, politisch ganz Aufbruchstimmung und Nachdenklichkeit.“ Ohne finanzielles Polster, ohne professionelle Journalisten, ohne Erfahrung in Betriebsführung machten sich die Enthusiasten ans Werk - bis Mitte 1993 die letzte Ausgabe erschien. May resümierte: „Qualitätskriterien, vor allem Marktgesetze waren mit der Herausgeberin schwerlich zu diskutieren. Rasch war die hellwache Anfängerin zur Missionarin mutiert. ... Wir trennten uns freundschaftlich.“ Und die 2016 verstorbene Marquardt bekannte: „Erst gut zehn Jahre später waren die Schulden bei den Banken zurückgezahlt.“

Dreißig Jahre danach hatten einige der Aufbruch-Autoren die Idee, das alternative Zeitungsprojekt in einer Sonderausgabe noch einmal aufleben zu lassen. Mit Unterstützung der Schweriner Volkszeitung, des Landtags und der Stiftung Mecklenburg wurde die Idee Wirklichkeit. Die Sonderausgabe liegt heute in den Großräumen Schwerin und Rostock dieser Tageszeitung bei.

Interessenten finden sie auch unter www.svz.de/mecklenburgeraufbruch

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