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„Anything Goes“ im Staatstheater : Alles geht? Geht so!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Cole Porters Musical „Anything Goes“ am Mecklenburgischen Staatstheater. 15 Aufführungen bis zum 5. März

von
erstellt am 18.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Beginnen wir ungerecht. Die Inszenierung des Musicals „Anything Goes“, die am Donnerstag ihre bejubelte Premiere im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin erlebte, ist Unterhaltung auf höchstem Niveau – mit der Betonung auf unter.

Wir wollen das erklären. Wenn Sie sich an schlechten Witzen, seichten Wortspielen und Situationskomik, die kaum zündet, an einer hanebüchenen Handlung und einem arg konstruierten Happy End erfreuen können, sind Sie in dieser Inszenierung von Iris Limbarth genau richtig.

Aber auch wenn Sie ein Freund rasanter Tanznummern, temperamentvollen Steppens, großer, gefühlvoller Songs, eines kolossalen Bühnenbildes und glitzernder, fantasievoller Kostüme (Götz Lanzelot Fischer) sowie von heißer, live gespielter Musik eines mitreißenden Jazzorchesters sind (Leitung Michael Ellis Ingram), werden Sie den Besuch dieser Aufführung nicht bereuen.

Kurz: Sie sollten ein Freund dieses Genres sein, dieser musikalischen Komödien, wie sie in Amerika und besonders am Broadway in den 20er-Jahren geboren wurden und dann bis in die 70er-Jahre hinein die Bühnen der Welt eroberten. Und später auch im Kino Erfolge feierten – bekanntestes Beispiel ist vielleicht „Singin’ in the Rain“ mit Gene Kelly.

Wir wollen gar nicht versuchen, die Handlung von „Anything Goes“, das noch bis zum 5. März am Stück gespielt wird, damit Künstler des Ensembles und die Staatskapelle Urlaub machen können, in allen Verästelungen wiederzugeben. Nur so viel: An Bord des Luxusdampfers MS America auf der Reise von New York nach London trifft in den 30er-Jahren eine kuriose Gruppe von Passagieren aufeinander – ein flüchtiger Gangster, ein verliebter Börsenmakler und sein Chef, „New Yorks höchstdotierte Seelenretterin“ mit einer eher horizontalen Vergangenheit und ihre „Engel“, eine bankrotte Witwe, zwei dubiose Chinesen… – alle mit eigenen und sich widersprechenden Plänen.

Sie alle spielen, singen und tanzen in dem höchst effektvollen Bühnenbild von Bernd Franke, auf dem Deck und den Treppenaufbauten der MS America mit ihrem gewaltigen Schornstein. Im Mittelpunkt des Ensembles aus Gästen sowie Schauspielern und Sängern des Hauses, dem Chor, dem Ballett und der Statisterie agiert Marysol Ximénez-Carrillo, eine hinreißende, verführerische, sängerisch und tänzerisch überzeugende Diva Reno Sweeney.

An ihrer Seite Andreas Langsch, ein sympathischer, begnadeter (Stepp)-Tänzer; nur beim Singen der hohen Töne zittert man ein wenig mit. Özgür Platte als gutmütiger, schlitzohriger Gangster, Sebastian Kroggel mit englisch radebrechendem Dialekt und Ann-Christin Fray als Marilyn-Parodie liefern humorvolle, spielerische Kabinettstückchen.

Also alles in allem doch keine nur unterirdische Unterhaltung? Vielleicht wenn man das jüngst geäußerte Bekenntnis des Intendanten zum Maßstab nimmt, kein Freund politischen Theaters zu sein.

Weitere Vorstellungen:

  • 17. und 18.2. um 19.30 Uhr,
  • 19.2. um 18 Uhr,
  • vom 21. bis 25.2. um 19.30 Uhr,
  • 26.2. um 18 Uhr,
  • vom 28.2. bis 4.3. um 19.30 Uhr,
  •  5.3.2017 um 18 Uhr

im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin
Kartentelefon: 0385 / 5300 – 123

 

 

 

 

 


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