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Hasel blühten bereits im März : Allergiker müssen mit Pollenexplosion rechnen

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Nach einem Frühstart 2012 fliegen die Pollen in diesem Jahr kältebedingt mit Verzögerung. Doch die Schonzeit für Allergiker ist endlich: Experten warnen vor einer Pollenexplosion, wenn die Temperaturen wieder steigen.

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erstellt am 02.Apr.2013 | 08:07 Uhr

Schwerin/Mönchengladbach | Nach einem Frühstart 2012 fliegen die Pollen in diesem Jahr kältebedingt mit Verzögerung. Doch die Schonzeit für Allergiker ist endlich: Experten warnen vor einer regelrechten Pollenexplosion, wenn die Temperaturen wieder steigen. Der Chefarzt der Hautklinik an den Schweriner Helios Kliniken, Dr. Gaston Schley, kann aus eigenem leidvollen Erleben bestätigen, dass erste Pollen sogar in diesem Jahr schon unterwegs waren: "Hasel sind immer die ersten Frühblüher, die Pollen aussenden - meist bereits Ende Februar, diesmal hat sich das bis in den März hinein verschoben." Erle und Birke werden folgen, sowie die Sonne weiter an Kraft gewinnt, ist er überzeugt.

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) in Mönchengladbach sind 15 Prozent der Menschen hierzulande Pollenallergiker. 60 Prozent von ihnen haben zudem Kreuzallergien und vertragen beispielsweise kein frisches Kern- oder Steinobst. Studien zeigen dem DAAB zufolge, dass sich der Pollenflug durch den Klimawandel verlängert habe. Zudem könnten hohe Ozonwerte die Allergenität von Pflanzen erhöhen. Auch der Kontakt mit Feinstaub könne bei Pollen ein höheres Allergiepotenzial entwickeln: Birken, die an viel befahrenen Straßen standen, zeigten dem DAAB zufolge in Untersuchungen dreimal so viele Pollenallergene wie solche in verkehrsarmen Bereichen.

Dr. Schley weist noch auf ein weiteres Problem hin: "Durch die Globalisierung haben wir es mit einer Reihe neuer Aller gene zu tun." Eine der gefährlichsten, weil hoch allergenen Pflanzen sei die nach Deutschland eingeschleppte Ambrosie. Allergiker, die auf sie reagierten, müssten besonders schnell einen "Etagenwechsel" befürchten - Mediziner bezeichnen damit allergisches Asthma, das sich aus einem Heuschnupfen entwickelt.

Verhindern ließe sich dieser Etagenwechsel durch die Hyposensibilisierung über mehrere Jahre jeweils im Herbst und Winter, so Dr. Schley. Am effektivsten sei sie als Spritzenkur, mittlerweile gebe es aber auch Tabletten. Als Soforthilfe empfiehlt der Chefarzt Pollengeplagten, sofort nach dem Nachhausekommen zu duschen, die Haare zu waschen und die komplette Kleidung zu wechseln. Gelüftet werden sollte nur kurz und nur morgens, wenn die Pollenaktivität am niedrigsten ist. Vorerst allerdings darf die kalte Luft auch noch länger durch die geöffneten Fenster strömen.

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