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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 19:52 Uhr

Alle Regionalzentren müssen zu sehen sein

vom

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2012 | 10:04 Uhr

Schwerin | Es geht um nichts Geringes als die "Leuchttürme der Demokratiestärkung". Es geht Jochen Schmidt, Chef der Landeszentrale für politische Bildung, um die fünf Regionalzentren für demokratische Kultur. Mit dem Einzug der Landeskoordinierungsstelle "Demokratie und Toleranz" in seine Büros am Schweriner Jägerweg ist die lange angekündigte Verschiebung der Zuständigkeiten beendet. Statt Sozialministerin Manuela Schwesig hat nun Bildungsminister Mathias Brodkorb (beide SPD) das Thema in Regie und es der Landeszentrale zugeordnet. Für Jochen Schmidt "eine Chance, die Dinge nochmal durchzuwalken".

Den Auftrag dazu bekam er gestern Abend schriftlich von den demokratischen Parteien im Landtag. CDU, SPD, Linke und Grüne wollen das Landesprogramm für Demokratie und Toleranz weiter vorantreiben: ein Bekenntnis zu den Regionalzentren in Ludwigslust, Roggentin bei Rostock, Stralsund, Anklam und Neubrandenburg und deren finanzielle Unterstützung nach 2013. Dann endet die aktuelle Förderperiode des Europäischen Sozialfonds (ESF), der, durch Bundesmittel ergänzt, die Demokratie-Arbeit unterstützt. In dem fraktionsübergreifenden Antrag heißt es: "Die Landesregierung wird aufgefordert, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation konsequent umzusetzen."

Wissenschaftler der Universitäten Greifswald und Rostock hatten von 2008 bis 2010 die Wirksamkeit der Zentren beleuchtet und Empfehlungen für die Zukunft formuliert. Die wurden am Ende der alten Legislaturperiode Mitte 2011 im Abschlussbericht der Landesregierung zum Landesprogramm fixiert. Einige Verbesserungsvorschläge wurden bereits umgesetzt. So listet die Internetseite www.mv-demokratie.de "Aktivitäten, Programme und Service zur Stärkung von Demokratie und Toleranz in MV" auf. Bei der Kooperation von Regionalzentren beziehungsweise deren Trägervereinen ist "auch abseits formalisierter Zusammenarbeit richtig viel passiert", so Jochen Schmidt.

Er weiß um die Reibung, die zwischen freien Trägern einerseits und der staatlichen Steuerung andererseits entstehen kann und stellt sich auf ein "fortwährendes Ringen" ein, das bestenfalls "nicht zu Verkeilungen führt, sondern uns am Ende weiterbringt". Erste Themen für die Diskussion: die Qualitätsstandards der Beratung und die Erkennbarkeit der Zentren. "Ich muss so eine Stellung in der Region entwickeln, dass keiner um mich herumkommt", sagt er. Leuchttürme eben. Das sei aber noch nicht überall der Fall. Beispiel Erreichbarkeit: Die Evangelische Akademie stellt per Internet alle Kollegen in Bad Doberan und Stralsund mit Namen, Qualifikation, Telefonnummer und Mailadresse vor. Für Ludwigslust, Anklam und Neubrandenburg benennen die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) und das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) nur zentrale Kontaktmöglichkeiten beziehungsweise den Leiter.

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