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FC Hansa Rostock : „Alle in die gleiche Richtung paddeln"

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Obwohl stark vom Abstieg bedroht, gibt es beim Fußball-Zweitligisten FC Hansa Rostock keine Trainerbeurlaubung. Peter Vollmann erhält weiter das Vertrauen.

svz.de von
erstellt am 29.Nov.2011 | 10:00 Uhr

Rostock | Obwohl stark vom Abstieg bedroht, machte es Fußball-Zweitligist FC Hansa nicht wie die Konkurrenz aus Aachen, Bochum, Duisburg, Ingolstadt und Karlsruhe: In Rostock gibt es keine Trainerbeurlaubung, Peter Vollmann erhält weiter das Vertrauen.

Das war, wie berichtet, das Ergebnis einer Zusammenkunft des Vorstandes und des 53-Jährigen. Im Gespräch mit Peter Richter äußerte sich Vollmann gestern zu seinem Konzept.

Nur ein Sieg in 16 Spielen, Hansa ist Vorletzter, also derzeit abgestiegen - ganz klar, dass da irgendwann auch der Trainer zum Thema wird. Was Sie ja auch nicht überrascht hat.

Nein. Es ist ja sehr oft so, dass man ein finales Ereignis braucht, um radikale Veränderungen einzuführen. Ein solches war bei uns das 2:5 gegen Union Berlin. Außerdem ist unsere Gesamt-

bilanz nicht zufriedenstellend. Die Tabelle lügt nicht. Ich bin auch von den Medien lange in Ruhe gelassen worden. Aber es ist ganz klar, dass jetzt der Mechanismus einsetzt, dass sich das auf die Verantwortlichen fokussiert. Es ist vom Vorstand seriös, Dinge miteinander zu besprechen, womöglich auch in Frage zu stellen. Und er darf natürlich vom Trainer ein Konzept erwarten.

Das Sie in der Sitzung vorgetragen haben. Können Sie etwas zum Inhalt sagen?

Ich stellte spielerische und psychologische Punkte zu einem komplexen Vortrag zusammen - was war, wie ist es dazu gekommen und wie können wir etwas verändern. Ich habe in einem 30-seitigen Papier negative und positive Dinge aufgeführt, Veränderungsmöglichkeiten aufgezeigt. Wie gesagt, die Partie gegen Union war der Anlass. Da haben wir weder die Körpersprache noch die Laufleistung und den kämpferischen Einsatz gezeigt, um das Spiel als Gewinner verlassen zu können. Solch eine Leistung ist nicht akzeptabel.

Zu welchem Schluss sind Sie in Ihren Ausführungen gekommen?

Dass wir - ausgehend von der personellen Situation, die nun mal so ist - das System ändern und so die Balance finden müssen, eigenes Spiel und Einsatz zu kombinieren, so dass immer eine gute Leistung gewährleistet ist. Das Spiel selbst zu führen, dazu sind wir im Moment individuell nicht in der Verfassung. Das hat nicht zum Erfolg geführt, den wir uns wünschten. Deshalb sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass wir in einem 4-4-2 kompakter stehen. Damit erhoffen wir uns, insbesondere über die Außenpositionen die Räume enger zu schließen bzw. sie nach vorne mehr zu schaffen, also über eine Konterstrategie zum Erfolg zu kommen - mit weniger Technik, aber mehr Schnelligkeit.

Sie haben den Vorstand überzeugt, dass er an Ihnen festhält.

Letztlich haben wir ja auch überragende Zeiten zusammen erlebt, die Spuren der Ehrlichkeit und des Vertrauens hinterließen. Wir müssen alle in die gleiche Richtung paddeln. Werder Bremen ist das klassische Beispiel. Die haben Thomas Schaaf nicht entlassen. Da sind sie in der vergangenen Saison alle in einem Boot geblieben und haben es geschafft. Es spielt nicht nur der Trainer eine große Rolle. Wobei ein kurzfristiger Wechsel wahrscheinlich sogar was Positives bringen würde, weil sich bei einem

neuen Mann alle Spieler beweisen wollen. Aber das können sie auch jetzt. Man muss von einem Profi zu 100 Prozent Verantwortung und Eigenmotivation verlangen können. Und es klappt ja auch nicht immer. Eintracht Frankfurt hat Christoph Daum geholt und ist trotzdem aus der 1. Bundesliga abgestiegen.

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