Erholung : Aktivurlaub statt Sonnenbad

Die zahlreichen Flüsse und Seen in MV laden zum Paddeln ein.
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Die zahlreichen Flüsse und Seen in MV laden zum Paddeln ein.

Mecklenburger wollen in den Ferien etwas erleben / Heimat als Ausflugsziel nach wie vor am beliebtesten

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14. Juli 2014, 07:38 Uhr

Ein Buch lesen, den ganzen Tag in der Sonne liegen und zur Abkühlung ab und an ins Meer springen? – Nein, danke. Der klassische Strandurlaub wird von Mecklenburgern immer weniger nachgefragt. Das ergab eine Umfrage unter Reisebüros aus der Region. Der Mecklenburger will an seinen freien Tagen etwas erleben.

„Ob Radtouren, Wanderungen, Segel- oder Kochkurse. Die Leute wollen im Urlaub aktiv sein“, bestätigt Heike Kayser, Mitarbeiterin vom Hapag-Lloyd Reisebüro in Rostock. Immer mehr ihrer Kunden würden daher Städtereisen buchen, schildert sie: „So kann man alles kombinieren: Kultur, Sport und Strand.“


Kreuzfahrten liegen im Trend


Ebenfalls im Urlaubstrend liegen Kreuzfahrten. Das Geschäft mit den Hochseeschiffen wuchs in Europa in den vergangenen fünf Jahren jährlich um durchschnittlich 7,1 Prozent, teilte der internationale Branchenverband Cruise Lines International Association (CLIA) Europe mit. Rund 6,4 Millionen Europäer unternahmen 2013 eine Kreuzfahrt, so viele wie nie zuvor.

„Auf den Schiffen ist alles da, was man braucht“, schätzt Melanie Göritz vom Reisebüro Sonnenklar TV in Schwerin ein. „Die Urlauber können in kurzer Zeit viel erleben und die Preise der Kreuzfahrten haben sich in den letzten Jahren an die der Pauschalreisen angeglichen. Der Standard ist immer derselbe, egal wo man unterwegs ist. Das gibt den Urlaubern Sicherheit“, sagt die Büroleiterin.

Was sich ihrer Meinung nach ebenfalls geändert habe, sei die Dauer der Reisezeit: „Die Mecklenburger machen lieber zweimal Urlaub im Jahr und sind dafür kürzer unterwegs.“ Das habe zwei Gründe, meint sie: Zum einen würde oftmals das Geld und die Zeit für längere Reisen fehlen, zum anderen könnten die Urlauber so mehr sehen.

Und wo machen die Mecklenburger am liebsten Urlaub? Da sind sich die Reisebüros einig: Nämlich in Mecklenburg-Vorpommern. Während es jeden Sommer Millionen Touristen Weg aus ihrer Heimat an die Ostsee zieht, bleiben die Mecklenburger einfach in ihrer Heimat.

Während der Sommerferien werden hier etwa zehn Millionen Gästeübernachtungen erwartet, teilt der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, mit. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze seien sehr stark ausgelastet. Dennoch beruhigt er: „Chancen für Kurzentschlossene gibt es noch, auch wenn es in der ersten Reihe vielleicht schwierig wird.“


Mittelmeer nach wie vor sehr beliebt


Wer lieber einen Tapetenwechsel will, fährt ans Mittelmeer, sind sich die Reisebüros einig. „Spanien, Griechenland und Türkei gehen wie immer super. Sardinien wird immer beliebter, aber auch Ferienhäuser im Norden fragen Urlauber immer häufiger nach“, sagt Heike Kaysar.

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, reist nach Asien. „Viele Leute wollen nach Vietnam oder Indien, vor allem wegen der Kultur,“ sagt Melanie Göritz und auch Kaysar bestätigt: „Nach China und Vietnam werden oft Rundreisen gebucht.“

Verlierer der Reiseziele sind hingegen ihrer Meinung nach Krisen-geplagte Länder wie Ägypten und Jordanien. „Auch die Lage in Israel spitzt sich zu. Jetzt zum Ferienbeginn haben wir viele Umbuchungen. Es ist schwierig, dann noch etwas zu finden.“

Wer noch nicht weiß, wo es im Sommerurlaub hingeht, muss sich beeilen. Der Tipp von Tobias Woitendorf: Wer nicht mehr fündig wird, sollte in den Tourist-Informationen der Ferienorte nachfragen.

Unterstützung für die Urlaubskasse

Ein buntes Freizeitangebot zu kleinen Preisen ermöglicht in Mecklenburg-Vorpommern auch Familien mit geringen Einkommen erholsame Tage im eigenen Bundesland. Unterstützung für die Urlaubskasse gewähren Städte, Kreise und das Land. Vereine und Clubs haben vielfältige Programme zusammengestellt. Allein das Sozialministerium steuert für Familienurlaub  2014 wieder 100 000 Euro bei, wie ein Sprecher sagte. Allerdings lägen erst 14 Anträge für eine Beihilfe zur Feriengestaltung vor.Dabei sei das Antragsverfahren nach heftiger Kritik von Organisatoren jetzt vereinfacht worden, hieß es. Familien könnten Zuschüsse von 20 Euro pro Kopf und Tag nun direkt über die Träger der Jugendhilfe und Familienarbeit erhalten.

Unabhängig von der Landeshilfe können sich die Kids direkt vor der Haustür nach Abwechslung und Abenteuer umsehen. Städte und Landkreise geben mit Ferienpässen einen Überblick über Angebote und Preisnachlässe für Freizeiteinrichtungen und Veranstaltungen. So liste der Schweriner Ferienkalender  alle Aktionen freier Träger für die nächsten Wochen auf, viele davon seien kostenfrei.

Günstige Ferienlager stelle der Jugendring auf die Beine. Genutzt werden könne auch angespartes Fördergeld aus dem Bildungspaket, betonte eine Sprecherin.

Auch der Neubrandenburger Familienpass bietet jede Menge Möglichkeiten, Neues zu entdecken, wie eine Stadtsprecherin erklärte. Die Broschüre enthält kostenfreie oder ermäßigte Kultur-, Sport- und Freizeitangebote wie Schifffahrten über den Tollensesee, Reitstunden, Konzerte, Museumsaktionen.

Die Mecklenburgische Seenplatte, bündelt auf einer Internetpräsentation (www.dein-ferienpass.de) Reisen, Kurse, Tagesaktionen, ermäßigte Eintritte diverser Vereine und Veranstalter. Das Angebot reicht von Reiterferien bis Leseaktionen der Stadtbibliothek, Urlaub auf dem Schulbauernhof Möllenhagen und einem Judo-Feriencamp für Anfänger in Waren an der Müritz. Ermäßigungen gibt es in Jugendclubs und Jugendherbergen oder Freibädern.

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