Bundesverdienstkreuz für Wilhelm Hacker von der Insel Rügen : Aktiv für die Kriegsgräberfürsorge

Wilhelm Hacker Jens Köhler, dapd
Wilhelm Hacker Jens Köhler, dapd

Der Rügener Pensionär Wilhelm Hacker wird für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bundespräsident Joachim Gauck wird ihm die Auszeichnung kommenden Montag überreichen.

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30. November 2012, 10:33 Uhr

Sagard/Berlin | Der Rügener Pensionär Wilhelm Hacker wird für sein ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Bundespräsident Joachim Gauck wird dem 72-Jährigen die Auszeichnung kommenden Montag im Schloss Bellevue überreichen. Hacker engagiert sich im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Viele Tausend Euro hat der Rüganer in den vergangenen Jahren gesammelt. "Ich bin einfach zu denen gegangen, die Geld haben, und habe dafür geworben, die zu DDR-Zeiten in Vergessenheit geratenen Gräber und Gedenksteine wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen", sagt er.

Dank Hacker sei es gelungen, den Volksbund-Gedanken in der Bevölkerung zu reaktivieren und dafür zu sorgen, dass Kriegsgräberstätten Stätten der Erinnerung und des Mahnens bleiben, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU), Landesvorsitzender des Volksbundes. Die Einladung ins Schloss Bellevue habe ihn völlig überrascht, sagt Hacker. "Mir standen die Tränen in den Augen." Eigentlich halte er sein Engagement für etwas völlig Normales. Er selbst habe im Krieg seinen Vater verloren. Auch nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs sei die Suche nach dem in Rumänien vermissten Vater erfolglos geblieben.

Hacker wurde 1940 in Sagard geboren. Als kleiner Junge erlebte er, wie im März 1945 alliierte Bomber die Nachbarstadt Sassnitz angriffen. Nach der Schule arbeitete er als Fleischergeselle, ging später auf Wanderschaft, die ihn bis nach Westberlin führte, wo er schließlich als Meister eine große Fleischerei aufbaute. Mit 55 hängte er die Schürze an den Nagel, und nach der Wende kehrte er mit seiner Frau in seine Heimatstadt Sagard zurück.

Im Kreistag Rügen engagierte sich der Christdemokrat viele Jahre als Behindertenbeauftragter. Auch im Feuerwehr- und Schützenverein war Hacker tätig. Sein wichtigstes Anliegen aber blieb das Andenken an die im Krieg ums Leben gekommenen Menschen. Zurzeit sammelt er Gelder für die Erneuerung einer Kriegsgräbergedenkstätte im Putbusser Schlosspark.

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