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Gadebusch/Rehna : Aktionsbündnis Bahn will Ausbau statt Rückzug

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Durch den Winterfahrplan müssen sich die Fahrgäste auf der Strecke von Schwerin nach Rehna auf eine veränderte Taktung bei den Zugverbindungen einstellen. Aus Rehnaer Sicht bedeuten die Pläne mehr als eine Kursänderung.

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erstellt am 15.Mär.2012 | 10:04 Uhr

Gadebusch/Rehna | Mit den von Verkehrsminister Volker Schlotmann verkündeten Einsparungen im Zugverkehr beginnt aus Sicht des Aktionsbündnisses Bahn-Lückenschluss Rehna-Schönberg der Rückzug aus der Fläche. Mit der vom Verkehrs- und Energieministerium verkündeten Ausdünnung von Angeboten des Öffentlichen Personennahverkehrs auf der Schiene, müssen sich die Fahrgäste auf der Strecke von Schwerin nach Rehna auf eine veränderte Taktung bei den Zugverbindungen einstellen. Um welche Touren im Einzelnen es sich auf dem Streckenabschnitt handeln wird, war gestern über das Verkehrs- und Energieministerium nicht in Erfahrung zu bringen. Fakt ist: Mit dem Winterfahrplan verkehren weniger Züge.

Das Aktionsbündnis Bahn-Lückenschluss Rehna-Schönberg steht der Entscheidung in Schwerin kritisch gegenüber. Sprecher Martin Reininghaus gab sich "entsetzt", aber nicht überrascht. Er traf sich am Montag zu einem Arbeitsgespräch im Verkehrsministerium. Reininghaus spricht von "dramatischen Veränderungen", denn "das Land erhält vom Bund weniger Regionalisierungsmittel und muss nach eigenen Angaben erhebliche Einsparungen vornehmen." Bislang reicht der Bund 235 Millionen Euro an MV aus.

Aus Rehnaer Sicht bedeuten die Streichpläne mehr als eine Kursänderung. Reininghaus: "Wir brauchen uns um einen Lückenschluss nicht bemühen, wenn wir davon ausgehen müssen, dass mit dem Auslaufen der Verträge die Bahnanbindung nach Rehna ab 2024 komplett gefährdet ist. Wir sollten uns an dieser Stelle fragen, ob wir die Straßen weiterhin deutlich bevorzugen wollen gegenüber der Schiene."

Dass die Strecke Rehna -Gadebusch heute nicht auf der Streichliste steht, dürfte rein vertragliche Gründe haben, denn zahlreiche Verträge mit den Bahnunternehmen laufen bis zu 15 Jahre. Das Ausdünnen bleibt nicht ohne Folgen: "Damit wird die Bahn noch unattraktiver und es gibt weitere Argumente, die Verbindung einzustellen", sagt Reininghaus.

Im Schweriner Ministerium habe man deutlich gezeigt, dass eine überzogene Affinität zur Bahn im ländlichen Raum weder ökologisch noch wirtschaftlich sei, wenn ein Zug mit elf Fahrgästen unterwegs ist, so Reininghaus. Derzeit sollen 192 Fahrgäste täglich die Verbindung Rehna-Gadebusch nutzen. Zahlenmäßiger Zuwachs könnte mit einem Lückenschluss einhergehen, so das Aktionsbündnis. Die Rehnaer monieren, dass außer zu Wahlzeiten in Schwerin niemand sich für solch ein Projekt interessiert. Die Politik favorisiere das Auto, was sich aus Sicht von Reininghaus in der Kostenanalyse widerspiegelt, wenn die Infrastrukturkosten der Bahn Bestandteil der Rechnung sind, der Straßenbau aber außen vor bleibt. Lediglich die Fahrzeuge und Personal finden Berücksichtigung.


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