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Eigner setzen Land unter Druck : Airport Laage will mehr Geld

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Die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH schlägt in Richtung Landesregierung weiter Alarm, um den Landesflughafen zu erhalten und ihn nicht ins Aus zu befördern. Der Zuschuss soll auf 800 000 Euro jährlich steigen.

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erstellt am 17.Aug.2012 | 06:02 Uhr

Laage | Die Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH schlägt in Richtung Landesregierung Schwerin weiter Alarm, um den Landesflughafen Rostock-Laage zu erhalten und ihn nicht ins Aus zu befördern. Wenn das Land nicht bereit sei, 800 000 Euro als Hilfe für den Flughafen Rostock-Laage jährlich zu zahlen, funktioniere der Flughafen nicht und die GmbH habe keinen Finanzspielraum mehr. Das sagte am Donnerstagabend Jochen Bruhn, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, auf einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Kreisentwicklung des Kreistages. Aktuell will das Land jährlich 500 000 Euro zahlen. Bruhn mahnt eine Entscheidung pro Landesflughafen und mehr Geld in den nächsten zwei Monaten an und nicht erst wie im vergangenen Jahr "drei Tage vor Weihnachten".

Auch Matthias Herrmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates, betonte, dass der höhere Landeszuschuss unverzichtbar ist, weil in der Planung für die Erlös- und Kostenrechnung bis 2015 eine Lücke von rund 1,8 Millionen Euro klafft. Und: Die Realität ist noch härter. Herrmann erklärte: "Der Flughafen bleibt ein Zuschussgeschäft." Der Aufsichtsratsvorsitzende nannte als Beweis Untersuchungen für Flughäfen in Deutschland, nachdem alle Flughäfen, die nicht mehr als zehn Millionen Passagiere haben, Verluste aufweisen. Leipzig, so Hermann, habe z.B. 2011 ein Minus von 41 Millionen Euro eingefahren… Zum Vergleich sehen die 1,8 Millionen bei 223 000 Passagieren im vergangenen Jahr in Laage sogar noch "gut" aus.

Das Problem, der roten Zahlen Herr zu werden, sind aber auch die Gesellschafter. Die haben Grenzen und haben sich welche gesetzt. Aus Kostengründen wird z.B. der Landkreis Rostock seine Zahlungen nicht erweitern können. Wolfgang Kraatz, 1. stellvertretender Landrat, bestätigte das auf der Sitzung, ein Kreistagsbeschluss vorausgesetzt. Der Landkreis hat im aktuellen Haushalt 640 000 Euro für den Flughafen eingestellt. Allerdings gibt es ein weiteres Problem: Das Geld steht noch nicht bereit, weil ein Beschluss des Haushaltes vor dem 25. Oktober nicht in Sicht ist. Denn der Entwurf wird wegen der Kreisumlage nicht wie geplant am 5. September diskutiert (wir berichteten).

Herrmann nannte auch die bekannten Schwierigkeiten: die zu geringen Passagierzahlen, der fast auf Null gefahrene Frachtverkehr und keine zu erwartenden Erlöse aus Nebengeschäften wie auf großen Flughäfen durch Messen oder Einkaufsmöglichkeiten. Der daraus resultierenden fehlenden Wirtschaftlichkeit stehen außerdem hohe Fix- und Personalkosten gegenüber, wobei die Belegschaft seit 2004 keine Lohnerhöhungen erhalten hat.

Trotzdem spricht alles für das Weiterbestehen des Landesflughafens Rostock-Laage. Herrmann nennt die Wertschöpfung durch seine Existenz - 26 Millionen Euro - und generell den Fakt, dass Infrastruktur die Basis jeder wirtschaftliche Entwicklung ist. Hoffnung schöpft er aus dem Norddeutschen Luftverkehrskonzept 2012, in das Laage mit einem 200-km-Radius in alle Richtungen passt.

Der Ausschuss wird sich mit diesem Konzept auf seiner Sitzung am 4. Oktober noch näher beschäftigen. Für die Kreistagssitzung am 25. Oktober wird er dem Kreistag empfehlen per Beschluss der Regierung mitzuteilen, dass das Land wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, den Landesflughafen Rostock-Laage stärken und attraktiv machen muss und nicht alle neun Airports.

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