zur Navigation springen

Grüne Woche Berlin : Agrarminister Backhaus eröffnet MV-Länderhalle

vom

Agrarminister Backhaus hat am Freitag mit Stolz auf das Wachstum der Land- und Ernährungswirtschaft verwiesen und zugleich die Grünen kritisiert. Er warf ihnen vor, nur für das eigene Land produzieren zu wollen. Das würde Tausende Arbeitsplätze gefährden.

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2015 | 13:22 Uhr

Die Internationale Grüne Woche ist nach den Worten von Agrarminister Till Backhaus (SPD) das globale Schaufenster für die Land- und Ernährungsindustrie in Mecklenburg-Vorpommern. Zur Eröffnung der Länderhalle am Freitag in Berlin verwies er auf höhere Produktions- und Umsatzzahlen sowie mehr Exporte des Landes im Jahr 2014. Zugleich kritisierte der SPD-Politiker die Grünen. „Wer allerdings wie die Grünen eine Landwirtschaft bevorzugt, die nur noch für das eigene Bundesland produziert, der möchte nicht den ländlichen Raum stärken, sondern mindestens 40 Prozent der Betriebe und der Arbeitsplätze der Land- und Ernährungswirtschaft abbauen“, sagte er.

Auch funktioniere ausschließlich „bio“ nicht. „Die Landwirtschaft muss für alle da sein und bezahlbare Lebensmittel produzieren. Das ist soziale Politik“, bekräftigte Backhaus seine Kritik.

Der diesjährige Messeauftritt des Landes steht unter dem Motto „25 Jahre - Genieße Mecklenburg-Vorpommern“. Zur Eröffnung der Länderhalle mit 60 Ausstellern der Land- und Ernährungswirtschaft sowie des Tourismus war neben vielen Messebesuchern die thailändische Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn gekommen.

Backhaus sagte, er freue sich auch auf die politischen Gespräche mit russischen Vertretern. „Auch wenn die Situation momentan schwierig ist, dürfen wir den Gesprächsfaden nie abreißen lassen. Ich bin sicher, dass es auch wieder friedlichere Zeiten geben wird und wir dafür vorbereitet sein müssen“, unterstrich der Minister.

Mecklenburg-Vorpommern habe mit Russland vor den Sanktionen im Vergleich zu anderen Bundesländern gute Handelsverbindungen auf dem Agrarsektor gehabt. Fast der gesamte deutsche Exportkäse nach Russland sei aus Mecklenburg-Vorpommern gekommen, sagte Backhaus. Mit dem Sanktionserlass 2014 seien die Exporte gesunken.

Nach Angaben des Statistischen Amtes des Landes verringerte sich die Ausfuhr von Käse in den ersten zehn Monaten 2014 um 18,4 Prozent auf einen Warenwert von immer noch 21 Millionen Euro. Der Fleischexport ging um 80 Prozent zurück. Dafür stiegen Lieferungen von pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Kartoffeln um elf und von Kaffee um zehn Prozent.

Die Gesamtausfuhr des Ernährungsgewerbes des Landes wuchs zwischen Januar und Oktober 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,4 Prozent. Insgesamt war 2014 Backhaus zufolge ein erfolgreiches Jahr für die Ernährungsindustrie. 

Den Messeauftritt lässt sich Mecklenburg-Vorpommern 450 000 Euro kosten. Weitere 150 000 Euro tragen die Unternehmen aus dem Land.

Zusätzlich zum normalen Messetrubel ist die Länderhalle Ort für verschiedene Treffen, etwa von Wirtschaft und Politik am Abend. Dazu wurden Abgeordnete aus Bund und Land, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und der Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, Jochen Flasbarth, erwartet.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen