Mühlengeez : Agrarmesse MeLa eröffnet - Klimawandel ist Thema im Dürrejahr

Treckerparade: Auf der MeLa wird die neueste Technik gezeigt. Insgesamt präsentieren sich auf der Agrarschau bis Sonntag 1000 Aussteller.
Treckerparade: Auf der MeLa wird die neueste Technik gezeigt. Insgesamt präsentieren sich auf der Agrarschau bis Sonntag 1000 Aussteller.

Der Klimawandel hat der Agrarmesse MeLa in diesem Jahr seinen Stempel aufgedrückt. Wegen der Dürre ist die Ernte schlecht ausgefallen, viele Landwirte müssen finanzielle Einbußen verkraften. Sie sind gefordert, selbst mehr für Umwelt- und Klimaschutz zu tun.

svz.de von
13. September 2018, 11:07 Uhr

Der Klimawandel ist ein prägendes Thema der Agrarmesse MeLa in Mühlengeez bei Güstrow, die heute von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) eröffnet wurde. Nach den Ernteeinbußen wegen der Trockenheit haben viele Landwirte einen Aufschub von Investitionen angekündigt. Daher müssen sich auch Bereiche wie der Landtechnikhandel auf schlechtere Geschäfte einstellen. Schwesig sicherte den betroffen Landwirten nochmals Unterstützung zu. „Wir haben Sofortmaßnahmen ergriffen mit dem Aufschub für Steuern, der Stundung von Raten oder beim Pachten von Landesflächen“, sagte sie. Zudem stünden rund 50 Millionen Euro vom Land und aus dem Schadensausgleichsprogramm des Bundes zur Verfügung.

Die Verwaltungsvereinbarung zur Auszahlung der Dürrehilfen sei zwischen Bund und Ländern nahezu ausgehandelt, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin. Er war wegen der Landtagssitzung erstmals nicht zur MeLa-Eröffnung angereist. Backhaus rechnet damit, dass die Vereinbarung bis Ende September unterzeichnet ist und die 50 Millionen Euro dann abrufbereit sind. Das Geld aus dem Programm soll Betrieben helfen, „die es tatsächlich brauchen, um bis zur nächsten Ernte über die Runden zu kommen“, sagte der Minister. Er rechnet, dass gut zehn Prozent der Agrarbetriebe Hilfen beantragen. Der durch Dürre entstandene Schaden könne bis zu 50 Prozent ersetzt werden.

Backhaus appellierte an die Bauern, sich darauf einzustellen, dass sie wegen des Klimawandels immer öfter mit schwierigeren Witterungsverhältnissen klarkommen müssten. Wege dazu seien eine größere Vielfalt im Anbau oder die Züchtung neuer Sorten. Auch die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen und der ökologische Landbau seien ein Beitrag zum Klimaschutz. „In vielen Betrieben hat bereits ein Umdenken hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt“, stellte der Minister fest. Am Freitag ist der Spagat der Landwirte zwischen Umweltverantwortung und Wirtschaftlichkeit Thema des Landesbauerntages auf der MeLa.

Die Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung MeLa gilt als größte Agrarmesse Norddeutschlands. Rund 1000 Aussteller präsentieren neue Produkte und Lebensmittel, Technik und etwa 1000 Tiere bei Züchterwettbewerben und Tierschauen. Das diesjährige „Tier der MeLa“ ist die Pommerngans. Diese große Rasse, auch Rügener Gans genannt, wird seit 700 Jahren in Pommern gezüchtet. Bis zum Sonntag werden auf dem Gelände des Messe- und Ausstellungsgeländes etwa 70 000 Besucher erwartet. Im Vorjahr kamen 73 000. Die Veranstalter setzen seit Jahren auf eine Mischung aus Erlebnischarakter und fachlichem Austausch auf der Messe.

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