Subventionsliste : Agrar-Millionäre: Jeder zehnte aus MV

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Mehr Staatsbetriebe als private Höfe kassieren die EU-Beihilfen

svz.de von
13. Juni 2016, 05:00 Uhr

In MV sinkt die Zahl der Agrarbeihilfe-Millionäre: Im vergangenen Jahr erhielten zehn Agrar- und Obstbaubetriebe jeweils mehr eine Million Euro Beihilfen aus der Kasse des Europäischen Agrarfonds – zwei weniger als ein Jahr zuvor, geht aus der jetzt veröffentlichten Subventionsliste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor.

Die Millionenüberweisungen kommen vor allem Agrar-Betrieben in Westmecklenburg und Vorpommern zugute – vier in der Region Schwerin, fünf im Bereich Neubrandenburg. Entlang der Küste erhielt lediglich ein Betrieb mehr als eine Million Euro Fördergeld.

Dagegen ließen sich 16 Staatsbetriebe und Behörden Beihilfen von jeweils mehr als einer Million Euro überweisen. Damit saß jeder zehnte der bundesweit 252 Beihilfe-Millionäre in MV. Landwirte, Genossenschaften, Obstbauern, Staatsbetriebe, Gemeinden: Seit 2015 werden neben allen juristischen auch alle natürlichen Personen veröffentlicht, die Förderungen von der EU erhalten (www.agrar-fischerei-zahlungen.de).

Hilfen für benachteiligte Gebiete, für mehr Tierschutz und Umweltmaßnahmen: Privater Top-Empfänger war wie im Vorjahr in MV die Erzeugergemeinschaft Obst und Gemüse Schwerin, die allein 3,3 Millionen Euro vom Steuerzahler überwiesen bekam. Damit gehören die Schweriner zu den bundesweit nur 22 Beihilfeempfängern, die mit mehr als drei Millionen Euro aus dem Agrarfonds unterstützt wurden. Mit an der Spitze: wie im Vorjahr die Agrar-Produkte eG Spornitz – 2,1 Millionen Euro gab es vom Steuerzahler.

Allerdings: Die höchsten Subventionen flossen in MV auch 2015 wieder an den Staat und seine Unternehmen zurück. Allein der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) kassierte im vergangenen Jahr 23,18 Millionen Euro – u. a. für das Schloss Bothmer, den Schlosspark Wiligrad, das Jagdschloss Granitz und den Schlossgarten Neustrelitz. 5,4 Millionen Euro zahlte sich das Agrarministerium selbst, knapp vier Millionen erhielt die Landgesellschaft, drei Millionen die Landesforst und 2,9 Millionen Euro das Landgestüt Redefin.

Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 476 Millionen Euro nach MV – 358 Millionen Euro Direktzahlungen an 4725 Höfe, 118 Millionen Euro aus dem EU-Fonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (Eler). Das summiert sich: Jeder Betrieb erhielt im Schnitt 75 767 Euro an Direktbeihilfen – als Ausgleich für preiswerte Lebensmittel.

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