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Virus breitet sich aus : Aggressive Schweinepest droht

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Nachdem Ende Juni die Afrikanische Schweinepest erstmals in Weißrussland in der Grenzregion zu Polen festgestellt worden sei, kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass der Virus auch in Deutschland hereingetragen wird.

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erstellt am 22.Aug.2013 | 07:53 Uhr

Greifswald | Die Schweinepest kehrt zurück: Nachdem Ende Juni 2013 die Afrikanische Schweinepest erstmals in Weißrussland in der Grenzregion zu Polen festgestellt worden sei, könne nicht mehr ausgeschlossen werden, dass der Virus auch in Deutschland hereingetragen werde, warnte das Friedrich-Löffler-Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) auf der Insel Riems gestern. Das Virus breite sich Richtung Westen aus, sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking - von Georgien, Armenien nach Russland und Weißrussland bis an die EU-Grenze. In Russland habe sich das Virus entlang der Transportwege ausgebreitet.

Es bestehe die Gefahr, dass sich der Virus unerkannt in der EU ausbreite, warnte auch Landestierärztin Maria Dayen. Die baltischen Staaten Lettland, Estland und Litauen erwägen bereits den Bau eines stabilen Zauns, um die Verbreitung möglicherweise infizierter Wildschweine einzudämmen.

Dabei handele es sich um ein sehr aggressives Virus, gegen das es bislang keine Gegenmittel gebe, sagte Reinking. Der bekannte Impfstoff gegen die klassische Schweinepest wirke nicht. Zwar werde derzeit an Impfstoffen gegen die Afrikanische Schweinepest geforscht. Der Stoff sei aber nicht schnell verfügbar. Um eine Einschleppung zu verhindern, sollten vor allem Schweinetransporter nach Lieferungen aus den betroffenen Regionen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auch Beschäftigte in der Landwirtschaft, die zuvor Kontakt in den Pestregionen hatten, müssten Vorsicht walten lassen. Jäger seien angehalten, bei den bevorstehenden Jagden die Schwarz wildbestände genau zu beobachten und erlegte Tiere auf Schweinepest untersuchen zu lassen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hatte kürzlich Schweinehalter und Züchter angesichts der drohenden Gefahr aufgefordert, die Hygiene- und Dokumentationsvorschriften streng einzuhalten. Sollte das Virus auf Deutschland übergreifen, rechnet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands mit Schäden in Milliarden-Höhe.

Der letzte große Pestzug hatte in den 90er-Jahren in Deutschland zu großen Schäden geführt. In mehr als 60 Fällen war damals allein in MV die klassische Schweinepest ausgebrochen. Mehr als 230 000 Tiere mussten zwischen 1992 und 1998 allein in Mecklenburg-Vorpommern mussten gekeult werden. Die Bauern hatten unter jahrelangen Handelsrestriktionen zu leiden.

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