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Tragischer Vorfall auf Rügen : Aggressive Kühe töten Bäuerin

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Schock in der Abendstunde: Ein Rüganer hat seine Ehefrau blutüberströmt am Rande einer Kuhweide gefunden. Die 52-Jährige aus Dummertevitz bei Lancken-Granitz wurde am Dienstagabend offenbar von einem Rind getötet.

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erstellt am 10.Apr.2013 | 08:55 Uhr

Stralsund | Schock in der Abendstunde: Ein Rüganer hat seine Ehefrau blutüberströmt am Rande einer Kuhweide gefunden. Die 52-Jährige aus Dummertevitz bei Lancken-Granitz wurde am Dienstagabend offenbar von einem aggressiven Rind getötet. "Die Verletzungen stammen vermutlich vom Horn einer Kuh", sagte Polizeisprecherin Antje Unger gestern, nachdem Kriminalisten den Unfallort nach Spuren abgesucht hatten. Diese Annahme wurde durch eine erste medizinische Untersuchung der Rechtsmediziner der Universität Greifswald bestätigt. Wann die Frau ums Leben kam, ist unklar. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, wurden bislang nicht gefunden.

Der 47-jährige Mann hatte seine Frau gegen 20 Uhr leblos am Rand der Weide entdeckt. Er informierte die Polizei und den Notarzt. Doch die Hilfe kam zu spät. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Wie Unger sagte, haben die Kühe als besonders aggressiv gegolten. Die Rüganerin soll die Betreuerin der Rinder gewesen sein. Die zwei massigen Fleischrinder seien nach den Ermittlungen auf Veranlassung des Ehemanns durch einen Jäger erschossen worden. Grundlage ist nach Angaben des Landkreises die Tierschutzschlachtverordnung, die eine Tötung bei aggressiven oder verwilderten Tieren erlaube. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit. Weitere Untersuchungen zur Todesursache sollen durch eine Obduktion erfolgen. Hinweise auf eine Straftat gebe es bislang nicht, teilte die Polizeisprecherin mit.

Dass Menschen durch Kuhangriffe sterben, ist selten, denn eigentlich sind diese Tiere nicht aggressiv, sie greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Da Kühe ein eingeschränktes Sichtfeld haben, ist es nicht sinnvoll sich bei Kühen anzuschleichen, denn sie erschrecken leicht und wollen sich dann verteidigen. In den vergangenen Jahren kamen solche Angriffe immer wieder vor: Bereits im September 2011 war eine 56-jährige Bäuerin in Scharstorf im Landkreis Rostock von einer trächtigen Kuh getötet worden. Bei dem Versuch, eine Herde mit 70 Tieren zu teilen, war sie von dem Tier verletzt worden. Im selben Monat war ein 51-jähriger Landwirt auf einer Weide in der Vulkaneifel von einem Rind attackiert und getötet worden.

Im osthessischen Steinau hatten Polizisten im Juli 2011 eine wild gewordene Milchkuh mit zehn Schüssen töten müssen, nachdem die Kuh eine Anwohnerin verletzt und ein Auto demoliert hatte. Auch in den Alpen werden Wanderer immer wieder von Kühen angegriffen; das passiert oft, weil sie sich falsch verhalten und zu nahe an die Tiere herantreten. Als besonders unberechenbar gelten Mutterkühe, aus diesem Grund sollte Jungtieren ausgewichen werden und auch Kuhherden sollte nicht zu nahe gekommen werden.

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