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Schwerin : Afrikaner rassistisch beleidigt und schwer verletzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Straßenbahnhaltestelle in der Schweriner Keplerstraße erneut Ort der Gewalt

von
erstellt am 15.Sep.2014 | 07:45 Uhr

Ein 28-jähriger Schweriner, der einen Somalier beleidigte und angriff, wurde bereits nach einer Nacht in Untersuchungshaft am Sonnabendmorgen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der mutmaßliche Täter verletzte einen 28-jährigen Afrikaner schwer am Kopf.

Es ist Freitagabend gegen 20.50 Uhr, als der aus Somalia stammende Mann mit zwei Bekannten, die ebenfalls aus Afrika stammen, mit einer Straßenbahn in den Stadtteil Mueßer Holz unterwegs war. Bereits in der Straßenbahn wurden die drei ausländischen Staatsangehörigen durch drei Männer wegen ihrer ethnischen Abstammung beschimpft und beleidigt. Als der Somalier die Bahn an der Haltestelle Keplerstraße verließ, folgten ihm die drei Pöbler. Einer der Männer schlug den Afrikaner dann unvermittelt mit der Faust zu Boden. Anschließend schlug der Schweriner den bereits am Boden liegenden Mann zudem mit einer Flasche ins Gesicht. Der Geschädigte erlitt schwere Kopfverletzungen und wurde zur weiteren medizinischen Beobachtung in die Schweriner Helios-Klinik gebracht.

Unmittelbar nach der Tat konnte die Polizei den mutmaßlichen Angreifer festnehmen. Mit Hilfe von Zeugenaussagen und unter Beteiligung von beherzten Schweriner Einwohnern wurde der Tatverdächtige in der Nähe des Tatortes gefasst. Der Mann stand unter Einwirkung von Alkohol und wurde zur Verhinderung von weiteren Straftaten ins polizeiliche Gewahrsam genommen.

Der 28-Jährige Schweriner ist bereits polizeilich bekannt. Dabei handele es sich nicht um politisch motivierte kriminelle Taten, „größtenteils ging es um Eigentums- und Körperverletzungen“ so Michael Erhard, Polizeiführer vom Dienst gestern. Täter und Opfer werden noch einmal von der Polizei befragt. Gegen den Täter wird ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Der Fall wurde noch nicht an die Staatsanwaltschaft in Schwerin übergeben, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stefan Urbanek.

Der Schweriner Stadtteil Mueßer Holz ist ein sozialer Brennpunkt in der Landeshauptstadt. Immer wieder kommt es hier zu kriminellen Gewalttaten. Erst vor zwei Wochen war an derselben Straßenbahnhaltestelle in der Keplerstraße ein zehnjähriger Junge von einem Mitschüler in einen Gullyloch gesteckt worden. Zuerst hatte der Fünftklässler die Mütze des Kleineren in den Gully geworfen. Als dieser in das Loch kletterte, um sie herauszuholen, schloss er den Deckel. Erst nach zehn Minuten wurde der Gullydeckel wieder geöffnet und der Junge befreit.

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