Partei wittert Skandal : AfD wettert gegen kritische Ausstellung

Anlass für den Streit: 11 Poster über die Rolle der AfD
Anlass für den Streit: 11 Poster über die Rolle der AfD

Schule informiert mit Ausstellung über rechte Tendenzen in AfD

svz.de von
10. April 2018, 05:00 Uhr

Die 11 Tafeln über die Rolle der AfD sollen morgen im Speisesaal aufgestellt werden. Drei Wochen lang soll die Ausstellung „Der Arm der Bewegung. Die Alternative für Deutschland“ in der Freien Schule Güstrow gezeigt werden. Schüler, Mitarbeiter und Eltern können sich laut Einladungstext über Akteure, Positionen und die Verstrickung der Partei mit rechten Netzwerken informieren. Das gefällt der AfD-Fraktion im Landtag gar nicht.

Fraktions-Chef Nikolaus Kramer will die Ausstellung an der Güstrower Schule am liebsten verhindern. „Ich erwarte, dass sich die Schulleitung zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt und die Ausstellung in ihren Räumlichkeiten unterbindet“, empörte sich Kramer gestern. Die Aktion sei rechtlich fragwürdig. Schulen seien zur politischen Neutralität verpflichtet.

Die AfD arbeitet sich insbesondere an den Machern der Ausstellung ab: der Vereinigung der Verfolgten des Nazregimes – Bund der Antifaschisten (VNN-BdA). Das Bündnis wird in Bayern vom Verfassungsschutz beobachtet. Und da kennt Kramer kein Pardon. „Dass so eine Ausstellung in einer Schule in MV stattfinden könne, ist ein Skandal“, wetterte er. Die VNN-BdA lehne die parlamentarische Demokratie ab. Besorgniserregend findet der AfD-Mann auch, dass die Linkenabgeordnete Karin Larisch und ein Vertreter des SPD-nahen Vereins „Endstation Rechts“ an der Ausstellungs-Eröffnung teilnehmen Die Landesregierung müsse der Schule notfalls die finanzielle Förderung streichen, forderte Kramer .

Schulleiter Ralf Boldt war gestern überrascht, „dass so eine kleine Ausstellung so einen Wirbel verursacht.“ Er wies die Vorwürfe zurück: „Wir stehen voll und ganz zur demokratischen Grundordnung.“ Die Schüler setzten sich regelmäßig kritisch mit den Inhalten und Programmen sämtlicher Parteien auseinander. Aktuell werde in der Sekundarstufe verstärkt das Thema Rassismus und Rechtspopulismus behandelt. Und da müsse die AfD die Frage zulassen, inwieweit ihre Mitglieder solche Positionen vertreten. Die Ausstellung habe die Schule über den VVN-BdA Landesverband in MV bezogen. „Und der wird hier im Land nicht beobachtet“, so Boldt. Ebenso wenig der Bundesverband. Die Linken-Abgeordnete Larisch kann die Aufregung ebenfalls nicht nachvollziehen. „Ich bin zu einer offenen Podiumsdiskussion eingeladen worden“, erklärt sie. Dies sei vollkommen legitim.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen