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Richtungskampf in der AfD : AfD-Mann outet sich als ,Biodeutscher’

vom
Aus der Onlineredaktion

Fraktionsvize im Landtag provoziert mit Beitrag auf Facebook. Richtungskampf in der AfD in MV

von
erstellt am 25.Apr.2017 | 20:50 Uhr

Nun tritt der Richtungskampf auch in der AfD in MV offen zutage. Nachdem der Bundestagskandidat Lars Löwe wegen des deutlichen Rechtsrucks auf dem Parteitag am Wochenende zurücktrat, kommen vom AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber deutlich andere Töne. Der Vize-Vorsitzende der Landtagsfraktion konstatiert nicht nur einen „erfreulichen Ausgang unseres Bundesparteitages“ mit einer „deutlichen Botschaft“, sondern zieht daraus auch seine eigenen Schlussfolgerungen.

Der Greifswalder Uni-Professor fordert „eine klare und deutliche Absage an alle Versuche einer multikulturellen Umgestaltung unseres Vaterlandes und eine ebenso deutliche Absage an alle Versuche, unser Volk durch Überfremdung mittels Zuwanderung auszutauschen.“ Der „große Austausch“ dürfe nicht stattfinden. “ Auch für die Identitäre Bewegung ist die Verhinderung des „Großen Austauschs“ eine zentrale Forderung. Weber im völkischen Modus: „Wir ,Biodeutsche’ mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern müssen hierfür sorgen.“

Der Fraktions-Vize, der gegen einen Ordnungsruf im Landtag für die Anrede „Frau Präsident“ vor dem Verfassungsgericht vorgeht, beschwert sich in seinem Facebook-Beitrag über den „Gender-Wahnsinn“ und ereifert sich deutschnational: „Schließlich muss der uns von den Siegermächten aufgezwungene und von den ,linksgrünen Weltverbesserern’ und ,Deutschland-Abschaffern’ fortgesetzte ,Schuldkult’ aufhören.“

Lars Löwe hingegen beschwört in seiner Rücktrittserklärung, dass ein „dringender Bedarf an einer bürgerlichen, liberal-konservativen Volkspartei“ bestehe. „Solange jedoch Grenzüberschreitungen wie der ,Dresdner Rede’, dem Mitgröhlen auf einer NPD-Demo... nicht das geschlossene Signal folgt, dass so etwas in der AfD keinen Platz hat, wird der Weg zur Volkspartei zurecht versperrt sein.“

Beobachter rechnen damit, dass mit der Wahl des liberal-konservativen AfD-Fraktionschefs Leif-Erik Holm in den Bundestag, der nationalistisch-völkische Flügel, dem Weber zuzurechnen ist, an Macht gewinnen wird.
 

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