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Charly Hübner im Visier : AfD legt sich mit Kommissar Bukow an

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Aus der Onlineredaktion

Landtagsabgeordneter wettert gegen Förderung eines Dokumentarfilms über eine Punkband

von
erstellt am 02.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Ob das wohl gut geht? Die AfD-Fraktion im Schweriner Landtag legt sich ausgerechnet mit Hauptkommissar Alexander Bukow von der Kripo Rostock an.

In ihrer heutigen Pressemitteilung wetterte die Fraktion gegen den Dokumentarfilm „Wildes Herz kennt keine Ruh“. Der Streifen, der sich mit der linken Punkband „Feine Sahne Fischfilet, befasst“, bekam 30  000 Euro Filmförderung vom Land. Das regt den AfD-Abgeordneten Sandro Hersel auf - für ihn ist das eine „staatlich geförderte Verniedlichung von Verfassungsfeinden“.

Hersel weiter: „Die extremistischen und polizeifeindlichen Äußerungen der Gruppe sollen verharmlosend in einen gesellschaftlichen Kontext eingebettet werden.“ Hier werde keine Kultur gefördert, „sondern eine Unkultur des Hasses“.

Was der AfD-Abgeordnete in seiner Pressemitteilung nicht schreibt, vielleicht auch nicht weiß, die Regie in dem angefeindeten Streifen führt Charly Hübner alias Hauptkommissar Alexander Bukow – einer der bekanntesten Polizeiruf-110-Ermittler des deutschen Fernsehens, bekannt für schlagfertige Argumente.

Was der Fernsehkommissar zu dem AfD-Angriff sagen würde, bleibt vorerst unbekannt. „Herr Hübner ist leider im Urlaub“, sagte seine Pressesprecherin Silvia Schuhmacher gegenüber unserer Redaktion. Der Schauspieler erholt sich in den Alpen und hat sein Handy abgestellt. Sei ihm gegönnt.

Sofort reagiert haben dagegen andere. „Ich jedenfalls freue mich schon darauf, den Film von Charly Hübner zu sehen“, sagte die Landtagsabgeordnete der SPD, Nadine Julitz.

Der Film über die Band und den Sänger Jan „Monchi“ Gorkow wurde bislang noch nicht gezeigt und ist ein Langzeitprojekt über mehr als drei Jahre. Als 2014 die Filmförderung eine Unterstützung für die Filmemacher in Höhe von 30    000 Euro zusagte, wurde „Feine Sahne Fischfilet“ im Verfassungsschutzbericht des Landes noch als linksextreme Band beschrieben. Das war 2016 nicht mehr der Fall.

Die Filmförderung begründet das „filmbüro mv“ damit, dass die Band gegen Rassismus, Antisemitismus und Homophobie vorgehe und trotzdem wiederholt vom Verfassungsschutzbericht als staatsfeindlich eingestuft worden war. „Der Film will dieser Diskrepanz auf den Grund gehen und probieren, diesen geistigen, politischen und psychologischen Widerspruch aufzulösen“, so die Förderer. Ob sich AfD-Mann Sandro Hersel den Film anschauen wird – vielleicht gemeinsam mit Nadin Julitz – ist trotzdem ungewiss.

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