Gesundheit MV : Ärzte mit über 65 noch in Bereitschaft

177 Ärztinnen und Ärzte 65 Jahre und älter praktizieren noch in MV und nehmen am Bereitschaftsdienst teil
177 Ärztinnen und Ärzte 65 Jahre und älter praktizieren noch in MV und nehmen hierzulande am Bereitschaftsdienst teil

Wer in einer Niederlassung praktiziert, ist auch bis ins hohe Alter bis auf Ausnahmen zum Dienst verpflichtet.

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28. September 2015, 06:15 Uhr

Wer außerhalb der regulären Praxis-Sprechzeiten ärztliche Hilfe braucht, wird möglicherweise von jemandem behandelt, der in einem anderen Beruf längst in Rente wäre. Denn Bereitschaftsdienst leisten hierzulande auch Mediziner, die bereits 65 Jahre oder älter sind. 177 Ärztinnen und Ärzte aus dieser Altersgruppe, die noch praktizieren, nahmen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) Ende Juli am ärztlichen Bereitschaftsdienst teil – das waren etwa sieben Prozent aller Bereitschaftsärzte.

„Die Bereitschaftsdienstordnung der KVMV sieht vor, dass alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen verpflichtet sind, am Bereitschaftsdienst teilzunehmen“, so deren Sprecherin Kerstin Alwardt. Im Land betrifft das 2601 Ärztinnen und Ärzte – beinahe 1700 von ihnen sind nach Angaben der KVMV bereits älter als 50 Jahre. 100 weitere Mediziner nehmen darüber hinaus freiwillig am Bereitschaftsdienst teil, beispielsweise Klinikärzte oder Ärzte aus anderen Bundesländern.

Pro Quartal gehen beim vertragsärztlichen Bereitschaftsdienst mehr als 30 000 Anrufe ein, so Alwardt, mehr als zwei Drittel davon über die im April 2012 eingeführte bundeseinheitliche Rufnummer 116117. Von dort aus werden Anrufer in den für sie zuständigen Bereitschaftsdienstbereich – in MV sind es 62 – weitergeleitet. Nach Rücksprache mit dem Patienten entscheidet dann der diensthabende Arzt, ob er einen Hausbesuch durchführt oder den Anrufer in seine Praxis bittet. Maßgeblich sind dabei Art und Schwere der Erkrankung. Zusätzlich gibt es in Schwerin, Rostock, Wismar, Neubrandenburg, Ludwigslust, Parchim, Bergen und Greifswald Bereitschaftsdienstpraxen, die in aller Regel in Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern in unmittelbarer Nähe zur Notfallambulanz etabliert wurden.

Von der Pflicht, Bereitschaftsdienste zu übernehmen, können Ärzte Alward zufolge nur bei Vorliegen schwerwiegender Gründen befreit werden: „Zum Beispiel, wenn der Arzt unter einer schweren Erkrankung oder Behinderung leidet oder wenn er regelmäßig am Rettungsdienst teilnimmt.“ Niedergelassene oder in einer Praxis angestellte Ärztinnen, die ein Kind erwarten, könnten  sechs Monate vor und 24 Monate nach der Geburt vom Bereitschaftsdienst befreit werden.

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