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Insolvenzverwalter des Grand Hotels stellt Investor vor : Ärger um Heiligendamm

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Die Investorengruppe für das insolvente Grand Hotel Heiligendamm wehrt sich gegen den Vertragsrücktritt von Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum. Er hatte nach der letzten Zahlungsfrist ohne Geldeingang den Rücktritt erklärt.

svz.de von
erstellt am 31.Jul.2013 | 08:21 Uhr

Heiligendamm | Die Berliner Investorengruppe für das insolvente Grand Hotel Heiligendamm wehrt sich gegen den Vertragsrücktritt von Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum. "Unser Kaufvertrag ist noch nicht unwirksam und wir haben den Rücktritt zurückgewiesen", sagte Ernst Bär, Sprecher der Investorengruppe um die Beratungs- und Immobilienfirma Palladio AG sowie der Investitionsgesellschaft De & De Holding GmbH gestern.

Die Gruppe hatte bei ihrer Präsentation von türkischen Geldgebern gesprochen, dieser war aber schon wenig später abgesprungen. Zumbaum hatte nach Ablaufen der letzten Zahlungsfrist für den Kaufpreis in der Nacht zu Dienstag ohne Geldeingang den Rücktritt von dem Vertrag erklärt. Damit habe die Investorengruppe alle Rechte an dem Hotel verloren. Bär sagte: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen, aber der Schaden ist jetzt schon unbezifferbar." Die Investoren kündigten juristische Schritte an.

Zumbaum hat nach dem Scheitern der Hotelübernahme durch die Berliner Gruppe für heute eine Pressekonferenz angekündigt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Zumbaum einen neuen Investor präsentieren kann. Als Favorit gilt der hannoversche Wirtschaftsprüfer Paul Morzynski, der schon in der ersten Phase der Käufersuche sein Interesse angemeldet hat (wir berichteten). Er ist Aufsichtsratschef der Halloren Schokoladenfabrik AG in Halle an der Saale und ist an dem Kühlungsborner Hotel Upstalsboom beteiligt. Beim Amtsgericht Hannover ist seit Kurzem eine Firma "Grand Resort Heiligendamm GmbH & Co KG" eingetragen, mit der gleichen Adresse wie Morzynskis Gruppe in der Landeshauptstadt.

Die Berliner Investorengruppe war Anfang Juli in die Schlagzeilen geraten, als deren Büros und Wohnräume in Berlin durchsucht wurden. Laut Rostocker Staatsanwaltschaft wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges gegen sechs am Hotelkauf beteiligte Personen eingeleitet. Darunter ist auch ein Berliner Notar, der den Käufern eine falsche Finanzierungsbestätigung ausgestellt haben soll.

Bär kritisierte scharf das Vorgehen der Behörde, die die Durchsuchung öffentlich gemacht habe, und das Wirtschaftsministerium, das die Anzeige gegen die Investoren erstattet hatte. Das Ministerium begründete die Anzeige damit, dass die notarielle Erklärung nicht der Wahrheit entsprochen habe. Laut Bär habe es nach dem Absprung der türkischen Geldgeber mehrere Zusagen von Investoren gegeben, die nach der Durchsuchung abgesprungen seien.

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