Kommentar : Äpfel und Birnen

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25. August 2015, 08:00 Uhr

Die Bertelsmann Stiftung beklagt seit Jahren, dass es keine bundeseinheitlichen Standards in der Kindertagesförderung gibt. Doch dessen ungeachtet vergleicht sie ebenso lange Äpfel mit Birnen: Die von 6 bis 18 Uhr geöffnete Kita mit über 100 Kindern mit der, in der zwischen 7 und 13 Uhr gerade einmal eine einzige Gruppe betreut wird. Wenn schon ab mittags alle „Rest-Kinder“ in nur einer Gruppe zusammengefasst werden, bleibt das ebenso unberücksichtigt wie die Randzeitenbetreuung durch gleich mehrere Fachkräfte. Überhaupt: Ob ausgebildetes Personal oder Praktikanten mit den Kindern arbeiten, ist für die Bertelsmann Stiftung egal.

Ja, es stimmt: Nirgends müssen sich Erzieherinnen um so viele Kindergartenkinder kümmern wie in Mecklenburg-Vorpommern. Das ist kräftezehrend, ohne Zweifel, und schon deshalb wäre es wünschenswert, wenn sich die Betreuungsrelation absehbar weiter verbessern würde. Doch wer das fordert, muss auch wissen, dass es nicht zum Nulltarif zu haben ist. Allein die letzte Absenkung von 1:16 auf 1:15 kostet das Land jährlich 10,4 Millionen Euro.

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