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Schlechte Kita-Qualität in MV? : „Äpfel mit Birnen verglichen“

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Aus der Onlineredaktion

Studie: MV soll Schlusslicht bei Kita-Qualität sein. Sozialministerium widerspricht

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Streit um die Bildungs- und Betreuungsqualität in der Kita: In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Erzieher im Kindergarten laut einer Studie für so viele Kinder verantwortlich wie in keinem anderen Bundesland – trotz einer Verbesserung. Kamen im März im Jahr 2012 noch rein rechnerisch 14,7 Kinder auf einen Erzieher, ist der Wert zum März 2016 auf 13,7 Kinder pro Betreuer gesunken. Das teilte die Bertelsmann Stiftung gestern in Gütersloh mit. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 7,2 Jungen und Mädchen pro Betreuer. Das Bundesland übertrifft damit noch die Empfehlung der Bertelsmann Stiftung, die bei einem Personalschlüssel von 1 zu 7,5 liegt.

Das Sozialministerium in Schwerin wies die Darstellung der Bertelsmann Stiftung zurück. Staatssekretär Nikolaus Voss erklärte in Schwerin, dass es keine bundeseinheitlichen Standards gebe, die es zuließen, die verschiedenen Kita-Ländersysteme direkt miteinander zu vergleichen. Es würden Äpfel mit Birnen verglichen. „Unser Land ist Spitzenreiter in der Qualifikation der Fachkräfte in der Tagesförderung“, sagte Voss. In MV hätte 92 Prozent einen Fachschulabschluss, etwa als Erzieherin. In den alten Bundesländern kümmerten sich auch fachfremde Betreuer um die Kinder. „Dort sind es gerade mal 67 Prozent mit einem Fachschulabschluss, die wiederum zum größten Anteil nur den Abschluss zum Kinderpfleger vorweisen können.“

In der Krippe hat sich die Betreuungssituation der Studie zufolge in MV minimal verbessert. Während sich 2012 ein Betreuer rechnerisch noch um 6,1 Kinder kümmerte, waren es vier Jahre später noch 6 Jungen und Mädchen. Mecklenburg-Vorpommern lässt so Sachsen und Brandenburg hinter sich. Die Bertelsmann Stiftung hält bei den unter Dreijährigen einen Personalschlüssel von 1 zu 3 für sinnvoll.

„Insbesondere bei den ganz Kleinen bleibt bei einem Schlüssel von 1:6 die notwendige Bildungsarbeit auf der Strecke“, sagte Annett Lindner, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in MV.

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