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Zuzug erwartet : Ältere und Ausländer zieht es nach MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Experten nehmen an, dass die Zuzüge aus anderen Ländern bis 2030 um etwa zehn Prozent zunehmen werden

Die Landesregierung erwartet in den nächsten 15 Jahren einen verstärkten Zuzug von Älteren und Ausländern nach Mecklenburg-Vorpommern. Das geht aus dem aktualisierten Demografie-Bericht hervor, den die Regierung gestern in Schwerin vorgelegt hat. So nehmen die Experten an, dass die Zuzüge aus anderen Ländern bis 2030 um etwa zehn Prozent zunehmen werden. Grund sei die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU. Diese Menschen werden dringend gebraucht, denn die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter werde bis 2030 um 25 Prozent auf 835 000 sinken. Vor allem dort, wo junge und gut ausgebildete Frauen abwandern, setze oft eine Abwärtsspirale ein. MV müsse ausländischen Fachkräften aber mehr Service zur Problemlösung im Alltag bieten, zum Beispiel bei der Suche nach Kita-Platz und Wohnung. Die in Greifswald und Rostock installierten „Welcome Center“ für ausländische Nachwuchswissenschaftler seien gute Beispiele für Initiativen vor Ort. Außerdem sollte um den Zuzug von Menschen der Generation 55 plus aktiv geworben werden. „Bisher waren diese Zuzüge älterer Menschen dem Zufall überlassen“, heißt es.

Empfohlen werden unter anderem Anzeigen in der „Apotheken-Umschau“ sowie organisierte Busreisen in Kommunen, die als seniorenfreundlich ausgezeichnet wurden. Auch der Aufbau einer speziellen Internet-Seite wird vorgeschlagen. Schon seit dem Jahr 2000 ziehen jährlich mehr Ältere nach MV als abwandern.

Der Bericht umfasst 163 Seiten und beleuchtet zahlreiche Zukunftsfragen wie Bürokratieabbau, Wirtschaftsentwicklung, Schulen und Hochschulen bis hin zu Nahverkehr, Straßen- und Radwegebau. Er basiert auf Daten der Aktualisierten 4. Landesprognose zur Bevölkerungsentwicklung in MV bis 2030 vom Dezember 2012. Danach wird die Einwohnerzahl bis 2030 noch einmal um 9,3 Prozent abnehmen und das Durchschnittsalter auf 51 Jahren steigen. Vor allem die Mitte und der Osten des Landes seien betroffen. Dies wird Folgen für den Alltag haben: Wasser und Abwasserbehandlung werden teurer, wenn immer weniger Menschen die Netze nutzen. In vielen Orten haben Läden schon vor Jahren geschlossen. Mit Modellprojekten wie „Neue Dorfmitte Mecklenburg-Vorpommern“ (siehe oben) soll versucht werden, Handel und soziales Leben in Dörfern wieder zu verankern.

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