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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 00:23 Uhr

Aderlass an Berufsschulen

vom

svz.de von
erstellt am 20.Mär.2012 | 11:05 Uhr

Schwerin | Der Aderlass an den Berufsschulen Mecklenburg-Vorpommerns hält an, erstmals sank die Schülerzahl unter 40 000 Auszubildende. Zum Ausbildungsbeginn im Herbst 2011 besuchten genau 39 599 Schüler eine der Berufsschulen im Land, teilte das Statistische Amt gestern mit.

Gegenüber dem Schuljahr 2010/11 habe sich die Zahl nochmals um 4855 oder knapp 11 Prozent verringert. Diese Entwicklung sei vor allem auf die Halbierung der Geburtenzahlen Anfang der 1990er Jahre zurückzuführen. Die geburtenschwachen Jahrgänge kämen jetzt ins Ausbildungsalter.

Im Ausbildungsjahr 2010/2011 hatte der Schülerrückgang 14 Prozent betragen. 2005 besuchten noch 68 200 Schüler die Berufsschulen im Land.

Zurzeit absolvieren laut Statistikamt 25 162 Schüler ihre Ausbildung im Rahmen der dualen Lehre an einer Berufsschule. Weitere 6908 Schüler besuchen eine Berufsfachschule, 2049 ein Fachgymnasium.

Die Zahl der Teilnehmer an berufsvorbereitenden Maßnahmen ist auf 2263 zurückgegangen. 572 Jugendliche besuchen Fachoberschulen, um sich auf ein Hochschulstudium vorzubereiten, weitere 2645 Fachschulen als Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung.

Die rückläufigen Schülerzahlen haben auch drastische Auswirkungen auf die Organisation des Unterrichts und die Beschäftigung der Lehrer. Für sie besteht weiterhin Zwangsteilzeit, was zu Problemen bei der Absicherung eines fachgerechten Unterrichts führt. Nach Angaben der oppositionellen Linken müssen Fachlehrer immer häufiger in fremden Bereichen unterrichten. Die Arbeitgeberverbände machen sich dafür stark, den Quereinstieg von erfahrenen Ausbildern aus der Wirtschaft zu ermöglichen, um Probleme abzumildern.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) bezeichnete in der Vorwoche im Landtag die Lage an den Berufsschulen als ernst. Sein Ministerium sei in Verhandlungen mit den Gewerkschaften zu Verbesserungen, eine Einigung stehe aber noch aus.


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