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Landwirtschaft : Acker in MV so teuer wie nie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bund nahm im vergangenen Jahr 139 Millionen Euro aus Flächenprivatisierung in MV ein

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2017 | 09:00 Uhr

Die Bodenprivatisierer des Bundes machen in Mecklenburg-Vorpommern die größten Geschäfte: Mit dem Verkauf und der Verpachtung von Acker und Wald erwirtschaftete die Bodenverwaltungs- und -verwertungsgesellschaft (BVVG) mehr als ein Drittel der im vergangenen Jahr erzielten Erlöser aus dem größten Bodengeschäft der Nachkriegsgeschichte in MV. 139 Millionen Euro spülte die Verpachtung und die Privatisierung der ehemals volkseigenen Acker- und Waldflächen im Nordosten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in die Kasse – in allen neuen Ländern erreichte die BVVG Erlöse von 402 Millionen Euro, geht aus der jetzt vorgelegten Verkaufsbilanz der Gesellschaft hervor.

Dabei ist Acker im vergangenen Jahr so teuer wie noch nie gewesen: Für einen Hektar mussten Investoren in Mecklenburg-Vorpommern 24 820 Euro auf den Tisch legen – der höchste Durchschnittspreis aller Ost-Länder und noch einmal 1461 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: In Brandenburg kostete BVVG-Acker im Schnitt 13 548 Euro je Hektar.

Das Interesse an Boden im Osten ebbt indes auch 25 Jahre nach Verkausfbeginn nicht ab: 10 400 Hektar Acker und Grünland, 2700 Hektar Wald und 9600 Hektar so genannte Umwidmungsflächen verkaufte die BVVG 2016 zwischen Rügen und Thüringer Wald. Allerdings mit geändertem Privatisierungskonzept: So war der Flächenverkauf auf Druck der Länder auf insgesamt 10 000 Hektar im Jahr begrenzt und die Privatisierung der restlichen Staatsflächen bis 2030 gestreckt worden. „Mit dieser deutlich reduzierten Verkaufsfläche und den kleineren Losgrößen berücksichtigen wir die agrarstrukturellen Ziele der Länder“, erklärte BVVG-Chef Stefan Schulz. Jahrelang hatten Ost-Bauern und Länder kritisiert, die BVVG fördere als größten Bodenverkäufer die Preistreiberei, während Landwirte kaum noch in der Lage seien, die stetig steigenden Pachten und Bodenpreise zu erwirtschaften. Und so stellte die BVVG 2016 nur noch eine durchschnittliche Losgröße von zwölf Hektar zum Verkauf. In der Vergangenheit waren teilweise auf einen Schlag Hunderte Hektar verkauft worden. In MV hat die BVVG noch 47 700 Hektar Acker und 1600 Hektar Restwald zu privatisieren.

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