Alarm in MV : Achtung, die Wölfe kommen!

Harmlos oder gefährlich? Ein junger Wolf  in einem Wildpark
Harmlos oder gefährlich? Wölfe in einem Wildpark

Jäger warnen vor „massiver“ Ausbreitung der Raubtiere im Osten Deutschlands – sie schrecken Pferde auf, die Autounfälle verursachen, töten Schafe, laufen durch Siedlungen.

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16. Februar 2014, 21:30 Uhr

Nach mehreren Zwischenfällen mit Wölfen in Brandenburg fordern die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern verbindliche Festlegungen für Wolfsbestände. „Wölfe werden uns bald viel massiver heimsuchen, als es bisher der Fall ist“, sagte Verbandspräsident Volker Böhning.

Hintergrund sei die Zunahme bei den Raubtieren. So haben sich seit dem Jahr 2000 in Deutschland jetzt 26 Wolfsrudel und -paare angesiedelt, das Gros in Brandenburg und Sachsen. Zuletzt waren vor wenigen Tagen bei Lychen (Uckermark) Schafe von einem Wolf getötet worden, der in der Kyritz-Ruppiner Heide leben soll. In Cottbus lief ein Wolf tagsüber ohne Scheu durch eine Stadtrandsiedlung und wurde gefilmt.

„Grundsätzlich wollen wir eine Lösung zusammen mit den Naturschutzverbänden“, erklärte Böhning. Eine Möglichkeit wäre, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, wie das in Sachsen der Fall sei.

Damit bliebe der Wolf, der in der gesamten EU unter Schutz steht, ganzjährig geschützt, man könne aber stärker auf die Verbreitung und Bestandsentwicklung Einfluss nehmen.

Welche Probleme eine unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe hat, zeige sich in Schweden, wo es schon größere Schäden gab. „Dort wurde eine gewisse Anzahl der Raubtiere zum Abschuss freigegeben“, erklärte Böhning. Das Thema Wolf werde auch beim Landesjägertag Anfang März in Linstow (Landkreis Rostock) und bei einem Symposium des Bundesverbandes am 21. März in Berlin eine große Rolle spielen.

„Wir können da ruhig von den Erfahrungen in Sachsen lernen“, erklärte Böhning. Für große Unruhe hatte dort ein Vorfall mit Pferden westlich von Meißen gesorgt. Eine Herde Pferde war in Panik von der Koppel ausgebrochen und auf eine Bundesstraße gelaufen, wo die Tiere mit Autos kollidierten. Alle neun Pferde verendeten, zwei Menschen wurden schwer verletzt. Als Ursache wurden Wölfe ausgemacht, die die Tiere vermutlich aufgeschreckt hatten.

„Solche Probleme sind vorprogrammiert, wenn die Zahl der Wölfe weiter unkontrolliert zunimmt“, warnte Böhning. Das werde auch Länder treffen, die bisher von der Rudelbildung verschont blieben. In Mecklenburg-Vorpommern gelten die Ueckermünder Heide, der Süden der Mecklenburgischen Seenplatte sowie die Lübtheener Heide als Wolfsgebiete, es soll auch zwei Wolfspaare geben. Seit 2010 kam es an der Seenplatte immer wieder zu Attacken, wobei Schafe, Damhirsche und Rentiere gerissen wurden. Wölfe unterlagen in der DDR noch dem Jagdrecht. Von 1949 bis 1989 wurden etwa 50 Wölfe in Ostdeutschland geschossen. Seit 1990 steht der Wolf EU-weit unter Schutz.

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