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Landesrechnungshof : Abwanderung bedroht Existenz von Wohnungsunternehmen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die anhaltende Abwanderung aus ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns wird für kommunale Wohnungsunternehmen kleiner Städte zur Existenzbedrohung.

Wie aus einem jetzt vorgelegten Sonderbericht des Landesrechnungshofes in Schwerin hervorgeht, schränken rückläufige Mieterzahlen, dauerhaft niedrige Mieten und meist hohe Kapitaldienste die Handlungsfähigkeit der Kommunalgesellschaften ein.

Zwei von drei Unternehmen müssten noch über Jahre hinweg mehr als die Hälfte ihrer Mieteinnahmen für Kredittilgung und Zins aufwenden. „Bei 50 Prozent beginnt es aber für das Unternehmen kritisch zu werden“, machte Norbert Hempel vom Landesrechnungshof Handlungsbedarf deutlich.

Die Kassenprüfer hatten 32 Wohnungsunternehmen, die ihren Sitz in Städten mit weniger als 5000 Einwohnern haben, einem detaillierten Stresstest unterzogen. Dabei stellten sie fest, dass 15 Gesellschaften auch über 2030 hinaus noch hohe Kapitaldienste zu leisten haben. „Sieben davon müssen dafür sogar zwei Drittel ihrer Mieteinnahmen einsetzen. Da brennen alle roten Warnleuchten“, sagte Hempel. Spielraum für Mietsteigerungen gebe es nicht. „Das Wohnungsangebot in diesen Gebieten ist größer als die Nachfrage und zudem sind 30 bis 40 Prozent der Mieter Empfänger staatlicher Hilfsleistungen.“

In jedem vierten der untersuchten Unternehmen stehen schon jetzt etwa 20 Prozent der Wohnungen leer. Die Nettokaltmieten für die meist in Plattenbauten bestehenden Wohnungen schwanken zwischen 3,32 Euro und 4,95 Euro je Quadratmeter. Dennoch müssten sich die Wohnungsgesellschaften auf die veränderten Bedürfnisse der älter werdenden Mieter einstellen. Investitionen in Lifte oder neue Bäder sollten aber nur dort erfolgen, wo es einen realen Bedarf gebe.  

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