zur Navigation springen

Behördenstress : Abschuss von Wolf in MV beantragt

vom

Das Land MV und der Landkreis Vorpommern-Greifswald streiten sich um die Abschussgenehmigung.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2017 | 20:45 Uhr

Schwerin Der erste Antrag auf Abschuss eines Wolfes in Mecklenburg-Vorpommern überfordert die Behörden. Das Land und der Landkreis Vorpommern-Greifswald streiten, wer die Entscheidung treffen soll. Keiner will, wie aus Äußerungen beider Seiten deutlich wird.

Nach Auffassung der Kreisverwaltung liegt die Entscheidung über den Abschuss eines Wolfes beim Land. Der Wolf stehe unter strengem europäischen Schutz, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim gestern.  „Derartige Präzedenzfälle werden auf oberster Behördenebene entschieden“, betonte er und verwies auf ähnliche Fälle in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen. Überall habe das zuständige Ministerium das letzte Wort gehabt. Sollte in Schwerin entschieden werden, dass der Wolf getötet werden soll, werde der Landkreis die nötige Genehmigung erteilen. Die Grundsatzentscheidung wolle der Kreis aber nicht treffen.

Eine Sprecherin des Agrar- und Umweltministeriums in Schwerin betonte hingegen, dass die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis zuständig sei. Bei der Entscheidung über den Abschuss eines Wolfes handele es sich um eine Ausnahme von artenschutzrechtlichen Zugriffsverboten. Dafür sei das Land nicht zuständig.

Einer oder mehrere Wölfe sollen bei insgesamt neun Angriffen auf eine Schafherde auf einer 14 Hektar großen, umzäunten Solaranlage in Ramin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) seit dem 2. Oktober mindestens 15 Schafe gerissen haben. Diese Risse hat nach Ministeriumsangaben ein Gutachter bestätigt. Der Schäfer selbst gibt nach Medienberichten 35 getötete Tiere an. Der Wolf soll sich unter dem zwei Meter hohen Zaun durchgegraben haben. Der Schäfer hat dem Ministerium zufolge inzwischen den größten Teil der Herde von der Solaranlage genommen.

Lediglich etwa zwölf Tiere habe er nicht einfangen können. Sie seien noch dort. Das Areal, auf dem sie sich befinden, sei mit einem Elektrozaun zusätzlich gesichert worden.

In Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell drei Wolfsrudel mit jeweils sechs bis zehn Tieren nachgewiesen. Eines dieser Rudel lebt nördlich von Ramin in der Ueckermünder Heide.

Immer wieder kommt es im Land zu Übergriffen auf Weidetiere. Sogar Rinder sind bereits angegriffen worden. Der Landtag befasste sich bereits mit dem Problem. Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) forderte eine bundesweit einheitliche Definition, was ein Problemwolf ist und wie mit solchen Tieren umgegangen werden soll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen