Bei Tribsees : Abriss der versunkenen A20 soll nach Ostern beginnen

Umleitung für die nächsten Jahre: Bei der Ausfahrt Tribsees ist die auf torfhaltigem Untergrund gebaute Autobahn 20 vollständig eingebrochen.
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Umleitung für die nächsten Jahre: Bei der Ausfahrt Tribsees ist die auf torfhaltigem Untergrund gebaute Autobahn 20 vollständig eingebrochen.

Firma aus Grimmen erhält Zuschlag. Auch Bauauftrag für Millionen Euro teure Behelfsbrücke wurde vergeben. Ob der Zeitplan zu halten ist, ist aber noch offen, ebenso wie die genaue Ursache für das Desaster.

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23. März 2018, 17:37 Uhr

Die Reparatur der im Moor versunkenen Autobahn 20 bei Tribsees in Vorpommern rückt näher: Für den Abriss des zerstörten Teilstücks und den anschließenden Bau einer Behelfsbrücke sind die Bauaufträge vergeben worden.

Nach Ostern werde zunächst die Baustelle eingerichtet und anschließend der Asphalt vom noch intakten Damm vor und nach der Abbruchstelle abgetragen, teilte das Verkehrsministerium am Freitag mit. Danach sollen auch die abgesackten Asphaltstücke geborgen werden. Den Zuschlag für den Auftrag über 1,4 Millionen Euro habe eine Firma aus Grimmen (Vorpommern-Rügen) erhalten.

 

Außerdem sei der Auftrag für die geplante Behelfsbrücke erteilt worden, die ab dem Sommerende die Autobahn wieder provisorisch befahrbar machen soll. Den Angaben zufolge beträgt das Auftragsvolumen 12,2 Millionen Euro. Gebaut werden soll die Behelfslösung von der Tochterfirma eines niederländischen Unternehmens.

Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, hänge jedoch vom Bau der Brückenverankerung ab, sagte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD).

Die Ausschreibung für diesen Bauabschnitt laufe noch bis zum 27. März. Erteilt werden soll der Zuschlag bis Ende April.

 

Ein Unternehmen aus Schleswig-Holstein werde zudem Leiteinrichtungen für den Otter an den Landesstraßen 19 und 23 installieren. Diese Arbeiten seien eine Kompensation für die Eingriffe in den Lebensraum der Tiere an der A20-Baustelle und mit Naturschutzverbänden abgestimmt.

Die genaue Ursache für das Abrutschen der Autobahn bleibt weiterhin im Dunkeln. Am Donnerstag wollten Ingenieure und Baugrundexperten eigentlich erste Erkenntnisse vorlegen. Doch der geplante Vortrag auf dem Treffen der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (VSVI) wurde kurzfristig abgesagt, wie der NDR am Freitag berichtete.

Das Ministerium bestätigte die Absage: Da noch keine Untersuchungsergebnisse vorlägen, wäre der Vortrag nicht zielführend gewesen. Die Entscheidung habe die VSVI selbst getroffen.

Seit September 2017 versinkt die A20-Fahrbahn auf knapp 100 Metern Länge im moorigen Untergrund. Zunächst war davon vor allem die Fahrbahn in Richtung Rostock betroffen, mittlerweile brach auch die Gegenfahrbahn in Richtung Stettin weg. Die A20 verläuft an dieser Stelle über eine Torflinse und ruhte auf in den Boden getriebenen Säulen. Mit der Wiedereröffnung der Autobahn wird laut offiziellen Prognosen nicht vor 2021 gerechnet.

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