zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

24. Oktober 2017 | 11:38 Uhr

Ablehnung in MV: 45 Jahre im Job genug

vom

Zwangsarbeit für Renter? In Deutschland ist eine heftige Diskussion entbrannt, seit der Philosoph und Publizist, Richard David Precht ("Wer bin ich und wenn ja, wie viele"), in Interviews und Talk-Shows ein soziales Pflichtjahr für alle Rentner fordert.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2011 | 10:11 Uhr

Schwerin | Zwangsarbeit für Renter? In Deutschland ist eine heftige Diskussion entbrannt, seit der Philosoph und Publizist, Richard David Precht ("Wer bin ich und wenn ja, wie viele"), in Interviews und Talk-Shows ein soziales Pflichtjahr für alle Rentner fordert. Senioren sollten gleich nach der Pensionierung drei Tage in der Woche halbtags in die Schulen gehen und Kindern helfen, deren Familien sich nicht um Bildung kümmern. Nach den Berechnungen des 47-Jährigen wären das 15 Stunden in der Woche.

Die Mehrheit ist dagegen. Die CDU im Landesparlament lehnt den Vorschlag ab. Wolf-Dieter Ringguth, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion: "Das Ehrenamt wird bereits heute ganz überwiegend von älteren Menschen getragen. Nachholbedarf gibt es da nicht." Prechts Forderung sei offenkundig Unsinn.

Ähnlich argumentieren die Grünen im Landtag. "Die Senioren für eine fehlgeleitete Sozialpolitik verantwortlich zu machen, ist falsch", meinte Silke Gajek, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion. Vielmehr muss es darum gehen, die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich möglichst viele Menschen im Ehrenamt engagieren. Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) wollte sich zu diesem Thema gestern nicht äußern. "Das kommentieren wir nicht", sagte ihr Sprecher.



Blitzumfrage Online

Klare Ablehnung des Precht-Vorschlages auch bei den Lesern: In einer Blitzumfrage auf unseren Webseiten und bei Facebook sagten 62,2 Prozent, die Lebensarbeitszeit allein rechtfertige eine volle Rente. Mehr als ein Viertel (27,1 %) jedoch hielten den Vorschlag für überlegenswert, man solle aber statt Zwang besser Anreize schaffen. 10,7 Prozent stimmten zu. Innerhalb von drei Stunden hatten sich 349 User beteiligt.


Nach Ansicht des Philosophen Precht ergibt sich die Notwendigkeit für ein soziales Pflichtjahr aus dem demografischen Faktor. Der Staat könnte das Loch in der Rentenkasse nicht schließen, weil auch die Sozialausgaben steigen. Da rum müssten Senioren soziale Aufgaben übernehmen.

Wer das Pflichtjahr ablehnt, müsse mit Kürzungen seiner Altersbezüge rechnen. Precht sieht in dem Jahr auch eine Chance, der Vereinsamung vorzubeugen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen