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Unternehmen wollen fitte Mitarbeiter : Abkommandiert: Von Produktion in die Küche

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Salate, frische Säfte und gesunde Mahlzeiten laden ein: Greifen Sie zu, aber bitte gesund. Die Stavenhagener Firma Pommernland Fleisch- und Wurstwaren will ihre Mitarbeiter animieren, sich gesund zu ernähren.

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erstellt am 27.Feb.2012 | 10:00 Uhr

Stavenhagen/Schwerin | Der Kühlschrank im Pausenraum ist gut gefüllt: Salate, frische Säfte und gesunde Mahlzeiten laden ein: Greifen Sie zu, aber bitte gesund. Die Stavenhagener Firma Pommernland Fleisch- und Wurstwaren will ihre Mitarbeiter animieren, sich gesund zu ernähren. Gemeinsam mit den leitenden Mitarbeitern hat sich Geschäftsführer Hans-Joachim Bennke zusammengesetzt und in den vergangenen vier Monaten ein Konzept für die rund 65 Mitarbeiter erarbeitet. "Unsere Mitarbeiter sollen die ganze Zeit gut und gesund versorgt sein", sagt er. Daher gibt es alles zum Mitnehmen. Außerdem steht jeden Tag ein Mitarbeiter aus der Produktion mit in der Küche.

Dies war kein einfacher Prozess, sagt der Firmenchef. Mancher habe zu ihm in den vergangenen Wochen gesagt: "Da hört die Freundschaft aber auf." Doch Bennke hat seinen Plan unbeirrt verfolgt. Als Lebensmittelhersteller beabsichtigt er Zutaten aus der Produktion und der Ernährung zu streichen, die "Krankheiten hervorrufen oder begünstigen können". Vor allem die Geschmacksverstärker hat Bennke im Visier. Er beschreibt, wie oft die Rezeptur einer Wurst geändert werden musste, damit auf Natriumglutamat verzichtet werden konnte. "Teilweise hatten wir drei, vier Parallelverkostungen mit dem bisherigen und dem neuen Rezept", sagt er. Die neue Wurst wurde in den Ernährungsplan eingearbeitet. Und auch wenn die Umstellung noch nicht abgeschlossen ist, präsentierte der Firmenchef seine bisherigen Ergebnisse bei einer Gesundheitskonferenz.

Dazu gehöre unter anderem die Zusammenarbeit mit einer Gewürzfirma. Er spricht mit Begeisterung darüber, dass immer mehr Angestellte sein Angebot annehmen und zugreifen. Um seine Idee zu bekräftigen, kriegen seine Mitarbeiter zusätzliche Urlaubstage. Wenn der Krankheitsstand nachhaltig gesenkt werde, könne es sogar Prämien geben, stellt er in Aussicht.

Während Bennke ein eigenes Konzept entwickelt hat, suchen andere Firmen Hilfe bei Krankenkassen. Die DAK Gesundheit will mit der "Betrieblichen Gesundheitsförderung" Firmen darin unterstützen, ein strukturiertes Gesundheitsmanagement zu etablieren. Oliver Heldt, DAK-Leiter in Schwerin, erklärt, dass die Unternehmen von dem Versicherer begleitet werden. Dazu gehöre Unterstützung nach Bedarf. Als Beispiel führt er die Rostocker Straßenbahn AG an. Als besonders häufige Erkrankung nennt er Rückenprobleme. Mit der Geschäftsführung werde besprochen, wie die Mitarbeiter leistungsfähiger und motivierter werden. In diesem Fall beispielsweise durch Rückenschulungen. Hierfür organisiert die Rostocker Straßenbahn einen Trainer. Dieser soll nach Feierabend an bestimmten Tagen zur Verfügung stehen. Doch dies sei nur ein kleiner Baustein, schließlich ginge es um ein umfassendes Konzept, so Heldt.

Michael Brockschmidt, DAK-Chef in Greifswald, unterstreicht, dass es besonders wichtig sei, Prozesse, Veränderungen und Verbesserungen immer wieder zu kommunizieren. Drei Jahre hat er den Deutsche Rentenversicherung Bund in Stralsund begleitet. Besonders wichtig sei es die Chefetage zu gewinnen, da diese meistens Kritik einstecken müsse. Wenn der Chef alle Maßnahmen alleine durchdrücke, gebe es häufig Stress, was kontraproduktiv sei. "Am Anfang steht der Wunschgedanke", sagt Brockschmidt. Doch am Ende zahle sich Gesundheitsmanagement für die Firmen auch wirtschaftlich aus, sagt Brockschmidt.

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