Ärger mit der Telefongesellschaft : Abgeschnitten von Außenwelt

Schon wieder in der Warteschleife: Frank Rosenberg aus Ludwigslust versucht seit Wochen eine bestehende Festnetz-Leitung zu bekommen, doch bislang ohne Erfolg.
Schon wieder in der Warteschleife: Frank Rosenberg aus Ludwigslust versucht seit Wochen eine bestehende Festnetz-Leitung zu bekommen, doch bislang ohne Erfolg.

Frank Rosenberg hat seit Monaten keinen Festnetzanschluss / Kunden klagen täglich über neue Fälle

svz.de von
12. November 2014, 07:59 Uhr

Frank Rosenberg ist stinksauer. Seit dem 20. Juni dieses Jahres ist der Gastwirt aus Weselsdorf bei Ludwigslust ohne Festnetz-Verbindung. Immer wieder telefoniert Frank Rosenberg mit den Telefonanbietern Vodafone und Deutsche Telekom – über sein Mobilfunktelefon. Denn diese beiden Unternehmen schieben sich immer wieder den Schwarzen Peter zu. Der Leidtragende ist Frank Rosenberg. Deshalb hat er sich jetzt an unsere Zeitung gewandt.

„Am 10. Juni dieses Jahres begann der Internet- und Festnetzvertrag mit Vodafone. Schon am 20. Juni brach die Leitung zusammmen“, erklärt Frank Rosenberg. Seitdem funktioniert nichts mehr. Mitgeteilt hat er die Problematik dem Kundenservice von Vodafone unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Leitung. Doch bis dato hat es keine Lösung gegeben. Abgeschlossen hat Frank Rosenberg einen Kombi-Vertrag über Festnetz und Internet bei Vodafone über die neue Technologie LTE (Long Term Evolution) als Ersatz für DSL. „Wir unterscheiden zwischen LTE indoor, also innerhalb von Gebäuden, und LTE outdoor, außerhalb von Gebäuden“, erklärt Volker Petendorf, Chef vom Dienst der Vodafone-Pressestelle. „Grundsätzlich bieten wir beides an. In diesem aktuellen Fall ist es ärgerlich, dass wir Herrn Rosenberg die Leistung nicht liefern können. Denn LTE indoor ist für seine Zwecke ungeeignet, wir können das in dieser Region nicht abdecken und anbieten“, erklärt Volker Petendorf weiter. Deshalb konnte Frank Rosenberg von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und hat den Kombi-Vertrag bei Vodafone noch im Juni dieses Jahres gekündigt. „Ich will wieder zurück zur Telekom“, sagt der Gastwirt. Doch genau da liegt der Knackpunkt. Die bestehende Festnetznummer der Gaststätte muss rückportiert werden, damit Frank Rosenberg weiterhin über die bekannte Nummer zu erreichen ist. „Immer wieder wird mir seitens Vodafone gesagt, dass die Telekom diese Rufnummernportierung beantragen muss. Das teile ich dann der Telekom mit, die mir wiederum sagt, dass dies mehrfach geschehen ist. Doch nichts passiert“, äußert sich der Koch verärgert. Denn jeden Monat werden von Vodafone für den Kombi-Vertrag 66,50 Euro vom Konto abgebucht. „Und nichts passiert“, so Frank Rosenberg weiter. Volker Petendorf erklärt: „Die Telekom hat uns mitgeteilt, dass derzeit keine freie Leitung vorhanden ist, deshalb wurde der Portierungs-Auftrag wieder storniert.“ Mehrfach und genau das verärgert den Gastwirt aus Ludwigslust.

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende, das Weihnachtsgeschäft läuft an und Silvester ist dann auch nicht mehr weit entfernt. „Meine Gäste wollen auch mit EC-Karte zahlen können. Doch das ist derzeit nicht möglich und zwar seit dem 20. Juni“, verschafft sich der Gastwirt Luft.

Kein Anschluss: Fälle wie der von Frank Rosenberg häufen sich in MV. Nahezu täglich berichteten Telefonkunden von derartigen Schwierigkeiten mit Telefongesellschaften, erklärte Matthias Wins, Telekommunikationsspezialist bei der Verbraucherzentrale MV in Rostock. Oft werde von den Unternehmen den Kunden eine problemlose Rufnummermitnahme zugesagt, auch wenn es rechtlich oder auch technisch gar nicht möglich sei. Bei Schwierigkeiten würden sich dann die Telefongesellschaften gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, ohne dass die Probleme der Kunden geklärt würden. Vor allem bei telefonischen Anfragen würden Kunden Angebote schmackhaft gemacht, die später nicht eingehalten würden: Da werde häufig im Interesse der Provision, nicht aber der Kunden gearbeitet, meinte Wins.

Im Fall Frank Rosenberg scheint auf Nachfrage unserer Zeitung jetzt Bewegung in die Sache zu kommen. Wie Frank Rosenberg mitteilt, hat sich Vodafone erneut bei ihm gemeldet, dass die Telekom die Portierung erneut beantragen könne. Sobald dieser Auftrag vorliegt, werde die Rufnummer zurückgehen an die Deutsche Telekom. „Ich werde ein Auge auf die Sache weiterhin haben“, versichert Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. „Wir werden uns auch mit Herrn Rosenberg noch einmal in Verbindung setzen und eine Lösung wegen der Unannehmlichkeiten finden“, so Petendorf weiter. Jetzt heißt es wieder Abwarten für Frank Rosenberg. Die Deutsche Telekom ist informiert, wie uns gestern der Pressesprecher der Deutschen Telekom, Dr. Rainer Knirsch, mitteilte. Frank Rosenberg hat fast schon die Hoffnung aufgegeben.

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