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Bitte recht freundlich... : Abgefahrener als die Polizei erlaubt

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Aus der Onlineredaktion

Eine Kuh auf dem Autodach, ein Lkw-Fahrer mit Entenmaske oder ein Möchtegern-Stuntman auf seinem Motorrad – wenn die Polizei blitzt, wird es manchmal kurios. Zum heutigen 60. Geburtstag der Flensburger Verkehrssünderkartei haben wir einige der skurrilsten Blitzerfotos herausgesucht.

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erstellt am 25.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Wenn die Polizei mit Radarfallen Jagd auf Temposünder macht, entstehen manchmal völlig verrückte Blitzerfotos: Ein Lasterfahrer tarnt sich mit Entenmaske oder ein Passat-Fahrer fährt schneller als erlaubt mit einer Kuh auf dem Dach. Die Polizei hat uns einige der skurrilsten Bilder zur Verfügung gestellt.

Ohnehin, wenn es um Punkte in der berühmt-berüchtigten Verkehrssünderkartei in Flensburg geht, sind die Mecklenburger und Vorpommern ganz weit vorn. 179  000 Führerscheininhaber aus dem nordöstlichen Bundesland sind in der Sünderdatei registriert, weil sie im Straßenverkehr gepunktet haben – 140  000 Männer und 39  000 Frauen. Das sind 26 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 22 Prozent. Am häufigsten werden Punkte für überschrittene Höchstgeschwindigkeiten vergeben.

Der ADAC warnt allerdings vor falschen Schlüssen. „In dem Flächenland Mecklenburg-Vorpommern mit seinen vielen Pendlern legen die Autofahrer auch die meisten gefahrenen Kilometer zurück“, sagt Christian Hieff, Sprecher des Automobilklubs in Hamburg. Die Gefahr geblitzt zu werden und Punkte in Flensburg zu sammeln, sei für Nordlichter deshalb höher.

Aktuell sind in Flensburg 8,6 Millionen Verkehrsteilnehmer als Punktesammler erfasst. 2,5 Jahre dauert es, bis ein einzelner Punkt in der Datei verfällt. Ab vier Punkten wird ermahnt, ab sechs verwarnt, ab acht der Führerschein entzogen.

Übrigens feiert die Sünderkartei heute ihren 60. Geburtstag. Mit Zustimmung von Bundestag und Bundesrat wurde sie am 25. Juli 1957 per Verordnung auf den Weg gebracht. Die Arbeit nahm das sogenannte Verkehrszentralregister dann wenige Monate später am 2. Januar 1958 beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg auf. Der Grund: Der Autoverkehr nahm im Wirtschaftswunderland Bundesrepublik Deutschland rasant zu, die Zahl der schweren Unfälle auch.

Der Blitzer wurde übrigens ein paar Monate später eingeführt. Im Regierungsbezirk Düsseldorf wurde am 15. Februar 1959 erstmals in Deutschland ein mobiles Radargerät zur Geschwindigkeitskontrolle genutzt. Es war das „Verkehrs-Radar-Gerät 2“ der Firma Telefunken. Auch wenn sich die Technik weiter entwickelte, so blieb es bis heute bei der Identifizierung des Fahrzeugs durch das Kennzeichen per Foto.

In den ersten Jahren des Verkehrszentralregisters habe es noch kein Punktesystem gegeben, sagt KBA-Sprecher Stephan Immen. Das kam erst im Jahre 1974 hinzu. Zuvor wurde nur registriert, wenn jemandem die Fahrerlaubnis versagt oder entzogen wurde.

Das Punktesystem wurde notwendig, weil Anfang der 70er-Jahre Rekordwerte von mehr als 21  000 Verkehrstoten zu beklagen waren. Bei einem Fahrzeugbestand von 20,8 Millionen Fahrzeugen bedeutete dies statistisch gesehen 102 Tote pro 100 000 Fahrzeuge jährlich.

Heute sind 55 Millionen Autos, Lastwagen und Motorräder auf Deutschlands Straßen, die Zahl der Verkehrstoten hat sich im Vergleich zu den 70er-Jahren deutlich auf 3206 im vorigen Jahr reduziert. „Das Verkehrszentralregister hat dazu einen erheblichen Beitrag geleistet“, ist Immen überzeugt.

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