Abgebrannte Laufhalle wird neu gebaut

Abbruchfirmen haben mit der Beräumung der Brandruine begonnen, nachdem ein  erster Teil der  Versicherungssumme dafür ausgezahlt worden war. Foto: Klawitter
Abbruchfirmen haben mit der Beräumung der Brandruine begonnen, nachdem ein erster Teil der Versicherungssumme dafür ausgezahlt worden war. Foto: Klawitter

Die Zerstörung der Laufhalle durch Brandstiftung hat der Sportstadt schweren Schaden zugefügt. Derzeit müssen Schulsport, Leistungs- und Breitensport auf verschiedene Provisorien ausweichen. Doch wie soll es weitergehen?

von
29. Mai 2012, 09:50 Uhr

Weststadt | Die Zerstörung der Laufhalle am Lambrechtsgrund durch Brandstiftung hat der Sportstadt Schwerin schweren Schaden zugefügt. Derzeit müssen Schulsport, Leistungs- und Breitensport auf verschiedene Provisorien ausweichen. Doch wie soll es weitergehen?

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat die Stadtvertreter bereits darüber informiert, dass die Landeshauptstadt eine so genannte Neuwertversichrung für die abgebrannte Sportstätte abgeschlossen hatte. "Dies bedeutet, dass die Versicherung den vollständigen Wert des Gebäudes, der mit 3,1 Millionen Euro veranschlagt war, auszahlen muss", so Gramkow. Hinzu komme ein fünfstelliger Betrag für Inventar. Eine erste Teilsumme zur Beräumung der Brandruine sei bereits gezahlt worden. Weitere Auszahlungen hingen grundsätzlich vom Mittelbedarf, dem Mittelabruf sowie vom Baufortschritt ab. "Uns geht es darum, zeitnah einen Neubau an gleicher Stelle zu errichten", sagt die Verwaltungs chefin.

Damit tritt sie entschieden allen Spekulationen entgegen, ob Schwerin überhaupt eine eigene Halle für die Leichtathleten brauche, da die Stadt kein Olympiastützpunkt für diese Sportarten sei und das Versicherungsgeld besser zur Tilgung von Schulden oder andere Bauvorhaben nutzen solle. "Die Laufhalle ist unverzichtbar. Sie ist integraler Bestandteil des Sportkomplexes Lambrechtsgrund", betont Gramkow. Ganz abgesehen davon könne die Versicherungssumme auch aus rein rechtlichen Gründen nicht umgelenkt werden. Das Geld fließe nur, wenn das Gebäude wieder errichtet wird. Sollte es nicht wieder aufgebaut werden, stünde der Stadt lediglich der Gebäudezeitwert als Entschädigung zu und der wäre um ein Vielfaches geringer.

Gerd Wessig, Abteilungsleiter Leichtathletik beim Schweriner Sportclub (SSC), ist empört, dass die Notwendigkeit der Laufhalle in Zweifel gezogen wird. "Es wäre ein Drama, wenn die Halle nicht wieder aufgebaut werden würde, dann wäre die Leichtathletik in Schwerin tot", sagt der Hochsprung-Olympiasieger. Und er denke dabei keineswegs in erster Linie an den Leistungssport, sondern vor allem an die Kinder- und Jugendarbeit und den Breitensport. "Ohne diese Halle könnten beispielsweise Medizin Schwerin und Dynamo keine Wettkämpfe mehr für den Nachwuchs ausrichten. Auch das Sportgymnasium müsste dicht machen, denn es würde Unterrichtsausfall ohne Ende bedeuten", so Wessig. "In der Laufhalle trainieren doch nicht nur die Leichtathlethen. Ob Handballer, Ruderer oder Schwimmer - praktisch alle Sportarten nutzen das Gebäude für Konditionstraining. Leichtathletik ist die Grundlage für viele Disziplinen und unverzichtbar für den Kinder- und Jugendsport." Die Sportverwaltung der Stadt führt unterdessen intensive Gespräche mit der Versicherung über die Modalitäten für den Neubau des abgebrannten Gebäudes. Die Schadenshöhe werde zur Zeit gutachterlich festgestellt. Die Aufträge für den Neubau sollen zeitnah ausgeschrieben werden.

Als Ursache des verheerenden Feuers vom 24. März ist nach den Ermittlungen die Schweriner Kripo von Brandstiftung auszugehen. Die Polizei konnte indes die Täter bislang noch nicht dingfest machen. "Wir ermitteln weiter mit Hochdruck", sagte gestern Polizeisprecherin Madlen Fafczynski.

Unterdessen bekommen die Schweriner Sportler eine Welle der Solidarität aus ganz Deutschland zu spüren. Das sei von unschätzbarem Wert gerade in der derzeitigen schwierigen Phase der Provisorien, sagt Wessig und spricht allen Unterstützern den herzlichen Dank der Leichtathleten aus. Denn für die Wiederbeschaffung von Sportgeräten und Inventar werde jeder Euro benötigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen