Weihnachtsmärchen : Abenteuer im Mattiswald

Freunde gehen durch dick und dünn: Ronja (Stella Hinrichs) und Birk (Vincent Heppner).
Freunde gehen durch dick und dünn: Ronja (Stella Hinrichs) und Birk (Vincent Heppner).

Premiere für ein fantasievolles Weihnachtsmärchen: „Ronja Räubertochter“ am Mecklenburgischen Staatstheater.

Karin.jpg von
22. November 2017, 20:45 Uhr

„Gleich geht das Licht aus, dann müssen alle ganz leise sein, und dann geht der Vorhang auf.“ Sophie aus der Kita „Petermännchen“ in Pinnow bei Schwerin weiß genau Bescheid. Schließlich ist sie nicht zum ersten Mal im Theater. „Ronja Räubertochter“, das diesjährige Weihnachtsmärchen am Mecklenburgischen Staatstheater, kennt die Fünfjährige allerdings noch nicht. Doch die Geschichte zieht sie wie die meisten anderen kleinen Besucher der gestrigen Premiere sofort in ihren Bann.

Alles beginnt mit Ronjas (Stella Hinrichs) Geburt in einer Gewitternacht, in der ein Blitz die Burg, auf der die Bande ihres Vaters Mattis (Martin Neuhaus) lebt, in zwei Stücke spaltet. Eines Tages zieht in den von Mattis Räubern nicht mehr genutzten Teil der Burg die Bande der Borkas und mit ihr der Häuptlingssohn Birk (Vincent Heppner). Schon bald werden die beiden Kinder Freunde und überwinden nicht nur den „Höllenschlund“, der die erwachsenen Räuber trennt. Sie helfen sich gegenseitig auch immer wieder aus Notsituationen.

Als der Konflikt zwischen den beiden Räuberbanden zu eskalieren droht und Mattis sich von seiner Tochter lossagt, weil die zu ihrem „Bruder“ Birk hält, ziehen beide Kinder in eine Bärenhöhle im Wald. Erst im Herbst kommt es zur Aussöhnung mit den Vätern. Und auch die beiden Räuberbanden verbünden sich schließlich miteinander.

Mut und Freundschaft, Beharrlichkeit und Charakterfestigkeit stehen im Mittelpunkt des von Alice Buddenberg inszenierten Stückes. Es geht aber auch um Gut und Böse, Recht und Unrecht. Dabei begegnen den Kindern viele, aber nicht alle Figuren aus Astrid Lindgrens Romanvorlage auf der zauberhaften Bühne (Ausstattung: Emilia Schmucker) wieder. Auch jede Menge fantastischer Geschöpfe aus dem Roman begleiten Ronja und Birk bei ihren Abenteuern. Vor allem die Rumpelwichte, große Stoffpuppen, denen Katrin Heinrich und Janis Kuhnt ihre Stimme leihen, kommen bei den Kindern an. Dass sie kein O aussprechen können und so aus Ronja eine Runja wird, sorgt für so manchen Lacher. Auch sonst gehen die Kinder von Anfang an mit, jubeln und klatschen, wenn ihnen etwas gefällt, schreien „Pass auf!“, wenn sich jemand nähert, der Ronja gefährlich werden könnte. Die Wilddruden zum Beispiel, die an riesige Fledermäuse erinnern. Sie machen nicht nur Sophie Angst. Nach dem Schlussbild fragt die Fünfjährige zaghaft: „Warum haben die sich eigentlich nicht mit verbeugt?“ Sie fürchtet wohl, die Fabeltiere könnten ihr im Foyer auflauern.

„Richtig cool“ ist dagegen die Musik, sind sich die Kinder im Saal einig. Stefan Paul Goetsch hat die Räuberlieder eigens für die Schweriner Inszenierung komponiert. „Manchmal hätte ich am liebsten mitgetanzt“, sagt Sophie – und ihre Freundin nickt dazu.

Wer sich selbst ein Bild von dem farbenprächtigen Familienstück machen will, hat theoretisch in den nächsten Wochen noch mehr als 40-mal dazu Gelegenheit. Praktisch sind aber schon 32 Vorstellungen ausverkauft. Wer nicht zum Räuber werden will, muss also schnell sein.

Karten unter 0385 53 00 123

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