Kultur in Schwerin : Abend bester Opernmelodien

Ein begeistertes Publikum applaudierte den Sängern und Musikern zum Abschluss der Operngala.
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Ein begeistertes Publikum applaudierte den Sängern und Musikern zum Abschluss der Operngala.

Standing Ovations für Schweriner Gala – Einstimmung auf die Schlossfestspiele 2015

svz.de von
08. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Mit strahlender Musizierfreude und vorzüglichem Gesang präsentierten die Mecklenburgische Staatskapelle, der Opernchor und die Schweriner Singakademie e.V. mit informativer, sympathischer Moderation von Operndirektorin Dr. Ute Lemm ein abwechlungsreiches Programm mit Perlen der Opernkunst aus drei Jahrhunderten. Dieser Abend war vom Feinsten. Mit den üblichen Konzertmaßstäben ist solcher Operngala kaum beizukommen. Sie hat ihre eigenen Spielregeln, ihre eigene Atmosphäre, ihr eigenes Publikum.

Technische Perfektion und Klanggebung der Mecklenburgischen Staatskapelle unter kundiger Stabführung von GMD Daniel Huppert verlieh dem Konzert das erforderliche musikalische Fundament. Als Auftakt erklang die Ouvertüre zu Wagners „Meistersinger“. Es folgte der Glockenchor aus Leoncavallos „I Pagliacci“. Danach vermittelten Márta Kosztolányi und Sabine Noack a.G.und der Opernchor mit der Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ etwas vom Fluidum dieser Oper und dem französischen Esprit Offenbachs.

Mit wunderbarer klanglicher Entfaltung der Stimme begeisterte Stamatia Gerothanasi in „Un bel di vedremo“ aus „Madame Butterfly“. Während Remo Tobiaz, Katrin Hübner und Itziar Lesaka mit „Soave sia il vento“ aus Mozarts „Cosi fan tutte“ einen überzeugenden Beitrag lieferten, konnte Matthias Siddahartha Otto mit dem dem tenoralen Glanzstück „Un`aura amorosa“ aus der gleichen Oper nicht überzeugen. Gesangstechnische Vollkommenheit und Format verlieh Igor Storozhenko dem Lied des Warägischen Kaufmanns aus Rimski-Korsakows „Sadko“. Mit dem „Cenerentola“-Titel vermochte Markus Vollberg mit schönem, abgerundet markantem Bariton und entsprechend mimisch gestischem Ausdruck zu beeindrucken. Der Chor der Stierkämpfer beendete den ersten Teil und könnte schon auf die Schlossfestspiele 2015 einstimmen, wo die gesamte Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi auf dem Programm stehen wird.

Mit „Mädchen brav und treu“ aus „Martha“ erwies der Chor Friedrich von Flotow seine Reverenz. Es folgte „Chi mi frena in tal momento“ aus „Lucia di Lammermoor“ mit Chor und dem gesamten Solisten. Nicht ganz ohne Schärfe sang Katrin Hübner die Arie der Micaela aus „Carmen“. Noch einmal erfreute Sabine Noack in der Glanzarie der Mezzosoprane „Parto, parto“ aus Mozarts „La clemenza di Tito“ mit topsicherer Gesangskunst und untrüglicher Musikalität. Sebastian Kroggel zeigte sich mit „Was Euch zum Liede Richt´und Schnur“ als Beckmesser von Format. Die langjährigen Mitglieder des Ensembles Ks. Petra Nadvornik und Christian Hees vermittelten die Singspielszene aus „Fidelio“. Sehr überzeugend machte auch Steffen Schantz mit „Amfortas! Die Wunde!“ aus „Parsifal“ einen Ausflug in Wagners Klangtheater. Zum Schluss verabschiedete sich das gesamte Ensemble mit „Cést la guerre“ aus „Carmen“ und einigen Zugaben von dem begeisterten Publikum.

Eine weitere Vorstellung erfolgt am 8. Januar 2015 um 19.30 Uhr im großen Haus.


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