Ab heute wird auf den Werften gestreikt

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02. Mai 2012, 07:47 Uhr

Rostock/Hamburg | Die Warnstreikwelle der IG Metall erreicht heute auch den Norden. Von Rostock über Lübeck und Hamburg bis Wilhelmshaven sind die Metaller aufgerufen, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen. "Wir werden den Arbeitgebern in den nächsten Tagen deutlich machen, dass wir uns mit dem mickrigen Angebot von 3 Prozent mehr Geld nicht hinhalten lassen", teilte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, gestern mit. Der Arbeitgeberverband Nordmetall forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Der IG-Metall-Küstenchef bekräftigte die bundesweit gesetzten Forderungen der Gewerkschaft nach 6,5 Prozent mehr Geld, der unbefristeten Übernahme der Lehrlinge und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Aus diesen Arbeitsplätzen müssten wieder Stammbelegschaften werden. Dem beruflichen Nachwuchs solle mit einer unbefristeten Festanstellung eine langfristige Perspektive geboten werden.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen sich die Mitarbeiter der Neptun-Werft in Rostock heute Mittag zu einer Kundgebung (11.30 Uhr) versammeln. Auch bei Schmitz-Cargobull in Toddin ruht vorübergehend die Arbeit. Am Freitag sollen sich Auszubildende der Peene-Werft in Wolgast symbolisch in eine Hängematte legen. Auf der Stralsunder Volkswerft ist eine verlängerte Frühstückspause geplant.

Verhandelt wird im Bezirk Küste wieder am 9. Mai in Bremen. Er umfasst Betriebe in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und im nordwestlichen Niedersachsen mit insgesamt rund 140 000 Beschäftigten.

Die Arbeitgeber verwiesen gestern auf ihre Gesprächsbereitschaft und warfen der Gewerkschaft nach ergebnislosen Tarifrunden eine Verzögerungstaktik vor. "Wir wollen endlich inhaltlich weiterkommen", mahnte der Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. IG-Metall-Chef Berthold Huber hatte jüngst deutlich gemacht, dass die Gewerkschaft keinen Scheinfrieden schließen werde. "Es gibt kein Ergebnis, ohne dass in allen drei Forderungen tragfähige Lösungen erzielt werden", sagte Huber.

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