Mecklenburg-Vorpommern : Warnstreik legt öffentlichen Nahverkehr weitgehend lahm

Vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Nahverkehr legen Hunderte Arbeitnehmer ihre Arbeit erneut nieder. Große Teile Mecklenburg-Vorpommerns waren betroffen.

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25. Februar 2020, 06:22 Uhr

Mit einem ganztägigen Warnstreik hat die Gewerkschaft Verdi in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns den öffentlichen Nahverkehr weitestgehend lahmgelegt. Zwischen 600 und 700 Frauen und Männer haben sich am Dienstag nach Verdi-Angaben landesweit an dem Warnstreik beteiligt. Ausgenommen waren demnach die Landeshauptstadt Schwerin, das Umland von Greifswald und der Kreis Nordwestmecklenburg. Am Mittwoch sollen die Arbeitsniederlegungen fortgesetzt werden. Dann sollen auch die Beschäftigten von Nahbus in Nordwestmecklenburg die Arbeit niederlegen, sagte Verdi-Landesstreikleiter Karl-Heinz Pliete.

Weiterlesen: Warnstreiks am Dienstag und Mittwoch

Schüler sind entschuldigt

Schüler, die wegen zu großer Entfernungen auf Busse und Straßenbahnen angewiesen sind, seien für die Schule entschuldigt, teilte der Landkreis Nordwestmecklenburg unter Berufung auf das Bildungsministerium mit. Der Unterricht in den Schulen fände aber regulär statt. Auch Berufspendler müssen auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Die Taxi-Genossenschaft Rostock nahm am Dienstag deutlich mehr Bestellungen entgegen, wie es auf Anfrage hieß.

Fünfte Verhandlungsrunde

Die Tarifverhandlungen sollen am 3. März in Rostock fortgesetzt werden - es ist dann die fünfte Runde. Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte vergangene Woche angekündigt, ein neues Angebot vorlegen zu wollen. Von der Gewerkschaft hatten die Arbeitgeber zu diesem Zeitpunkt noch erwartet, dass sie bis zu einem nächsten Verhandlungstermin auf weitere Warnstreiks verzichten.

Weiterlesen: Weiter keine Einigung über neue Tarife im öffentlichen Nahverkehr

In den vergangenen Wochen hatten Busfahrer in den Landkreisen Rostock, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Rügen sowie in Rostock und Greifswald die Arbeit niedergelegt. Auch Straßenbahnen in Rostock standen wegen Warnstreiks still. Die Aktionen stießen wegen später Ankündigungen auf Kritik.

So sehen die Forderungen aus

Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte nach eigenen Angaben zuletzt ein Plus von 70 Euro monatlich oder eine Einmalzahlung von 500 Euro bis 30. Juni angeboten, was etwa 4,4 Prozent mehr entspreche. Die Gewerkschaft Verdi verlangt für die landesweit 1500 Mitarbeiter im Nahverkehr 2,06 Euro mehr Lohn pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar sowie einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro.

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