Gesundheit : Zu viele Dicke - Ernährungsstrategie für MV angekündigt

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Mit vielen Projekten wird versucht, die Ernährungsgewohnheiten der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern. Bisher mit mäßigem Erfolg. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen sind zu dick. Schon bei Kindern ist Übergewicht verbreitet.

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24. Januar 2019, 18:19 Uhr

Angesichts von 60 Prozent übergewichtigen Erwachsenen in Mecklenburg-Vorpommern hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) eine Ernährungsstrategie für das Land angekündigt. Dort sollen die einzelnen ernährungspolitischen Instrumente für MV zusammenfasst werden, sagte Backhaus am Donnerstag im Landtag. Rund 70 Prozent aller Krankheiten in westlichen Industrieländern gingen auf eine falsche Ernährung zurück. Politisches Handeln sei gefragt.

Zwar gibt es bereits verschiedene Versuche, die Qualität zum Beispiel von Kita- und Schulessen zu verbessern. Backhaus verwies auf die Vernetzungsstellen für Schul- und Kitaverpflegung. Bisher hätten 18 Kita-Einrichtungen und sieben Caterer, die 18 300 Kinder versorgen, das Zertifizierungsverfahren erfolgreich absolviert, so der Minister. Eine Vernetzungsstelle für Seniorenverpflegung sei in Vorbereitung.

Jedes siebente Kind bei Einschulung übergewichtig

Dennoch erwies sich bei den Einschulungsuntersuchungen im vergangenen Schuljahr jedes siebente Kind als übergewichtig. Von den Achtklässlern brachten im Schuljahr 2015/16 sogar 24,8 Prozent zu viel auf die Waage. Die Situation sei unbefriedigend, sagte der CDU-Abgeordnete Sebastian Ehlers.

Der Landtag forderte die Regierung auf, die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Schulgesetz zu verankern. Diese sehen unter anderem Fleisch nur maximal zwei Mal in der Woche sowie einmal Seefisch vor. Täglich sollte es Gemüse geben, dabei mindestens zweimal in der Woche Rohkost oder Salat. Die Essenszeiten in den Schulen sollen großzügiger bemessen werden. Außerdem sollen die DGE-Standards bei der Ausschreibung von Kantinen der Landesregierung künftig beachtet werden.

Gesunde Ernährung und Sport

Die Freien Wähler/BMV schlugen einen landesweiten Wettbewerb für gesundes Schulessen vor. Fraktionschef Bernhard Wildt verwies dabei auf gute Erfahrungen in Bayern. Die AfD forderte mit Blick auf die Zunahme des Anteils Übergewichtiger im Lauf der Schulzeit mehr Sportunterricht. Gute Verpflegung sei auch eine Frage von Geld, sagte der AfD-Abgeordnete Jörg Kröger. Mehr Geld müsse ins System. Die Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg kritisierte, dass die Landesregierung bisher nicht einmal wisse, an wie vielen Schulen im Land ein warmes Mittagessen angeboten wird.

Politiker verschiedener Parteien sprachen sich für mehr Vermittlung von Wissen rund um die Ernährung in der Schule aus. Minister Backhaus forderte eine bessere Lebensmittelkennzeichnung, zum Beispiel als Ampel für Zucker, Fett und Salz in den Waren. Stattdessen setze Berlin lediglich auf eine Selbstverpflichtung der Hersteller. „Dass diese Strategie aufgeht, bezweifle ich stark“, meinte der Minister

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

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