Windenergiebranche : Ostsee: Testfeld vor Warnemünde in Sicht

Windräder wie die des Windparks „Wikinger“ in der Ostsee vor Rügen könnten sich auch vor Warnemünde drehen – das orgt auch für Kritik.
Windräder wie die des Windparks „Wikinger“ in der Ostsee vor Rügen könnten sich auch vor Warnemünde drehen – das orgt auch für Kritik.

Pläne für Forschungs-Windkraftanlagen vor Warnemünde Thema bei Messe „Wind & Maritim“. Klagen von Touristikern zu erwarten

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07. Mai 2019, 20:00 Uhr

Rostock | Das bis 2023 geplante nationale Testfeld für Offshore-Windkraftanlagen vor der Küste Warnemündes ist voraussichtlich eines der großen Themen bei der 8. Zukunftskonferenz „Wind & Maritim“. „Es handelt sich dabei um die einzigartige Möglichkeit, den Technologie- und Forschungsstandort Rostock voranzubringen“, sagte der Vorsitzende des Windenergie-Netzwerks MV, Andree Iffländer. „Es wird Synergien geben, beispielsweise mit dem geplanten Ocean Technology Center und der Forschung an der Universität. In Rostock kann Energiegeschichte geschrieben werden.“ Die Konferenz beginnt Mittwoch.

Platz für einen Windpark mit bis zu 25 Anlagen

Das nationale Testfeld ist Teil einer im Juni 2016 ausgewiesenen Fläche für ein Offshore-Vorranggebiet gut elf Kilometer vor Rostock-Warnemünde. Neben den Testanlagen ist dort auch Platz für einen kommerziellen Windpark, letztlich könnten dort bis zu 25 Anlagen stehen. Wie hoch sie sein werden, könne nicht gesagt werden. „Klar ist aber, dass sie wegen des Kostendrucks immer größer werden. Dafür werden es weniger und die Rotoren drehen auch langsamer“, sagte Iffländer.

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„Natürlich wird man sie sehen, das ist keine Frage.“ Das Genehmigungsverfahren stehe noch aus. Insbesondere Touristiker und der Handel an der Ostseeküste von Kühlungsborn bis Warnemünde haben Bedenken gegen den Windpark geäußert. Sie fürchten, dass der Küstenabschnitt für Gäste unattraktiv wird. Klagen gegen den Windpark sind zu erwarten. „Ich sehe das schon mit Sorge, da dies die Errichtung des Parks zeitlich beeinträchtigt“, sagte Iffländer.

Der Park sei für die technologische Entwicklung von großem Wert

Die Industrie stehe immer wieder vor der Herausforderung, bei Prototypen Kinderkrankheiten abzustellen. Komme der Park nicht, würde sich die Entwicklung der Branche, die für die Einhaltung der Klimaziele wichtig sei, verlangsamen.

In die rechtsstaatlichen Verfahren flössen alle Bedenken bezüglich Natur- und Artenschutz, Tourismus oder Schifffahrt ein. Die Schifffahrt und damit die Reede des Seehafens würden nicht beeinträchtigt, betonte Iffländer. Zwischen Reede und Park sei noch einmal ein Korridor eingerichtet. Auch Auswirkungen auf den Tourismus seien nicht zu erwarten. Möglicherweise stelle sich ein gegenteiliger Effekt ein. „In anderen Regionen hat sich gezeigt, dass Windparks beliebte Ziele für Bootsausflüge sind.“

Zu der bis morgen dauernden Konferenz werden mehr als 300 Branchenexperten aus mehreren europäischen Ländern erwartet. Die Veranstaltung biete einen Überblick über Markt- und Technologietrends in der Windenergie (Onshore und Offshore), der maritimen Wirtschaft sowie der Meerestechnik. „Diese Themen sind von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für die Nordost-Region und seine Unternehmen“, sagte Iffländer.

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