Mecklenburg-Vorpommern : Weniger Opfer von häuslicher Gewalt suchten Hilfe

In Beratungsstellen und Schutzeinrichtungen wurden im vergangenen Jahr 4531 Fälle von Gewalt gegen Erwachsene erfasst. Doch die Freude ist nicht ungetrübt.

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26. Mai 2020, 11:33 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern haben im vergangenen Jahr etwas weniger Opfer von häuslicher Gewalt Hilfe in Beratungsstellen und Schutzeinrichtungen gesucht. Dort seien 4531 Fälle von Gewalt gegen Erwachsene erfasst worden, wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Dienstag in Schwerin mitteilte. Im Jahr davor hatten demnach 4593 Menschen Schutz und Unterstützung durch das Beratungs- und Hilfenetz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt erhalten. Zu dem Netz gehören neun Frauenhäuser, fünf Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking sowie 20 Beratungsstellen, darunter eine für Opfer von Menschenhandel.

Große Bandbreite an Delikten

Die meisten Betroffenen sind Frauen. Im vergangenen Jahr wandten sich den Angaben zufolge 4117 Frauen, 406 Männer und acht Personen diversen Geschlechts (oder ohne Angabe) an die Stellen. Die Fälle reichten von Beleidigungen, Einschüchterungen und Bedrohungen über physische und sexuelle Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigung und Mord.

Auch Kinder sind betroffen

Zudem seien im vergangenen Jahr 4153 Kinder und Jugendliche im Beratungs- und Hilfenetz bekannt geworden, die mit häuslicher oder sexualisierter Gewalt, Menschenhandel oder Zwangsprostitution konfrontiert waren. Auch hier gab es einen leichten Rückgang: 2018 waren es 4210 betroffene Kinder.

Dunkelziffer ist weiterhin hoch

Sozialministerin Drese unterstrich, dass die Zahlen nur Daten von Menschen umfassen, die sich an das Netzwerk gewandt haben. „Die Dunkelziffer bei häuslicher und sexualisierter Gewalt bleibt weiterhin hoch“, sagte sie. Offen sei, ob die besondere Belastung von Familien durch die Corona-Krise im nächsten Bericht zu höheren Zahlen führen werde. Bisher gebe es dafür keine Anhaltspunkte.

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