Corona in Vorpommern : Neun Infizierte nach Gottesdiensten - keine Ermittlungen

Blick auf die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin.

Blick auf die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin.

Nach den Pfingstgottesdiensten in Vorpommern sind bislang neun Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Es sollen jedoch nicht alle ermittelten Kirchgänger und Kontaktpersonen getestet werden.

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09. Juni 2020, 10:13 Uhr

Nach Pfingstgottesdiensten der katholischen Kirche in Vorpommern sind bislang neun Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Am Dienstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock eine weitere infizierte Kontaktperson aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen.

Insgesamt ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag um drei gestiegen. Damit sind nach Angaben des Lagus jetzt 777 Infektionsfälle registriert. Zwei neue Fälle wurden aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen gemeldet, einer aus dem Landkreis Rostock.

Weitere 15 Abstriche von Gottesdienstbesuchern in Vorpommern und von deren ermittelten Kontaktpersonen, die am Montag analysiert wurden, waren negativ. Am Pfingstwochenende hatten rund 350 Menschen katholische Gottesdienste in Stralsund und Grimmen sowie in der vorpommerschen Stadt Demmin gefeiert. Allein 250 Gottesdienstbesucher hatte am Pfingstmontag an der Verabschiedung eines Pfarrers in Stralsund teilgenommen.

Häusliche Isolation für die Kirchgänger und Kontaktpersonen

Der Landkreis Vorpommern-Rügen ermittelte nach Angaben eines Sprechers 341 Kirchgänger und Kontaktpersonen, die per Allgemeinverfügung in häusliche Isolation geschickt wurden. Auch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind nach Angaben einer Sprecherin alle engen Kontaktpersonen eines infizierten Priesters in Absonderung. Die Kirchgänger in Demmin seien vorsorglich alle getestet worden, eine Person davon positiv.

Im Landkreis Vorpommern-Rügen sollen die in Quarantäne befindlichen Menschen nicht systematisch auf das Coronavirus getestet werden, sondern nur nach Entscheidung des Hausarztes, hieß es. Ob in den Kirchen die geltenden Hygieneregeln eingehalten wurden, werde derzeit nicht ermittelt. Fotos hatten beispielsweise gezeigt, dass nicht alle Gottesdienstbesucher Schutzmasken trugen.

Mit Ordnungswidrigkeitsverfahren müssen diese Menschen wohl nicht rechnen. Dem Sprecher des Landkreises zufolge gibt es für Gottesdienste nur die dringende Empfehlung für Mund-Nase-Bedeckungen, keine Pflicht. Zudem seien gesundheitlich bedingte Ausnahmen möglich.

Der Sprecher äußerte jedoch die Hoffnung, dass mancher Veranstalter aufgrund der Vorkommnisse künftig stärker von seinem Hausrecht Gebrauch mache und auf das Einhalten der Hygieneregeln achte.

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