Wahl des CDU-Vorsitzes : So stimmen die 14 Delegierten aus MV ab

Die letzten Vorbereitungen zum CDU-Parteitag in Hamburg
Die letzten Vorbereitungen zum CDU-Parteitag in Hamburg

Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn oder Friedrich Merz? Die Politiker in unserem Land sind geteilter Meinung

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06. Dezember 2018, 20:00 Uhr

Tag der Entscheidung für die CDU auf dem Bundesparteitag in Hamburg. Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn oder Friedrich Merz? Einer, der die Frage am Freitag beantworten muss, ist der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor aus Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Er gehört zu den 14 Delegierten, die die CDU aus Mecklenburg-Vorpommern in Hamburg vertreten. „Ich werde für Jens Spahn stimmen, denn uns verbindet ein persönliches Vertrauensverhältnis“, sagte der 26-Jährige unserer Redaktion. Alle drei Bewerber seien „exzellent“, meinte Amthor. Spahn verkörpere aber am besten die konservativen Werte, für die auch er stehe.

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Ähnlich äußerte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Sebastian Ehlers, der wie die meisten anderen auch bereits am Donnerstag nach Hamburg gefahren war. „Mit Jens Spahn kann der Generationswechsel am glaubwürdigsten eingeleitet werden“, sagte uns Ehlers am Telefon. Zudem könne Spahn die offene Flanke zur AfD am ehesten wieder schließen, sagte der Schweriner.

Zuvor hatte sich der Bundestagsabgeordnete Diedrich Monstadt, ebenfalls aus Schwerin, für Spahn ausgesprochen. Auf der Regionalkonferenz der CDU vor drei Wochen in Lübeck sagte der 61-Jährige: „Es ist kein Geheimnis, dass ich mit Jens Spahn befreundet bin und ihn als politischen Ziehvater empfinde.“ Auch Monstadt wird heute in Hamburg über den neuen Vorsitzenden mitentscheiden.

Die meisten der 14 Delegierten aus Mecklenburg-Vorpommern sind allerdings noch unschlüssig oder wollen ihren Favoriten nicht nennen. CDU-Landeschef Vincent Kokert hielt sich zurück und lehnte auch eine Empfehlung des Landesvorstandes oder eine Mitgliederbefragung im Landesverband ab. „Wir haben eine geheime Wahl, bei der jeder allein seinem Gewissen verpflichtet ist. Da sollte niemand mit einem vorhergehenden Votum belastet werden“, sagte Kokert. Im Gegensatz dazu hatte sich der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther offen für Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Parteichefin ausgesprochen.

CDU-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller sagte, für ihn seien alle drei Bewerber „exzellente Kandidaten“. Ausschlaggebend werde der letzte Auftritt auf dem Parteitag in Hamburg sein. Er macht seine Entscheidung vor allem von Positionen der drei Bewerber gegenüber dem Osten der Republik abhängig.

Innenminister Lorenz Caffier wollte sich gestern nicht zu seinem Favoriten äußern. Er wolle den Parteitag abwarten, sagte er.

Der Landtagsabgeordnete Marc Reinhardt ist noch unentschlossen. „Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt wirklich noch nicht sagen, wen ich wähle“, so der CDU-Politiker von der Mecklenburgischen Seenplatte gestern auf der Fahrt nach Hamburg am Telefon. Abstimmen werde er aber auf jeden Fall.

Auch der Konservative Kreis um Parteivize Sascha Ott hielt sich gestern mit einer Empfehlung zurück. Auch nach fast 30 Jahren politischer Einheit seien die Lebensverhältnisse in Ost und West noch nicht angeglichen. „Deshalb erwarten wir von dem oder der neuen Vorsitzenden eine intensive Beschäftigung mit den hiesigen politischen Verhältnissen sowie intensive Hilfe bei der Lösung aktueller Probleme“, so Ott.

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