Von Stottern bis Depression : Studie: Jedes vierte Schulkind in MV hat psychische Probleme

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Die psychischen Probleme von Kindern und Jugendlichen sind vielfältig. In der Stadt gibt es mehr Diagnosen als auf dem Land.

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21. Januar 2020, 07:59 Uhr

Jedes vierte Schulkind in Mecklenburg-Vorpommern hat nach einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit psychische Probleme. Zwei Prozent aller Jungen und Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren litten an einer diagnostizierten Depression, erklärt die DAK in ihrem aktuellen Kinder- und Jugendreport. Weitere 2,3 Prozent haben demnach eine Angststörung. Mädchen seien dreimal so häufig von Depressionen und fast doppelt so häufig von Angststörungen betroffen wie Jungen. Hochgerechnet seien es etwa 4700 Schulkinder in Mecklenburg-Vorpommern.

27 Prozent aller Schüler betroffen

Deutlich häufiger sind der Studie zufolge Verhaltensstörungen, wie ADHS, sowie Sprach- und Sprechstörungen - auch sie werden in dem Report zu den psychischen Problemen gezählt. Insgesamt seien 27 Prozent aller Jungen und Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern von einer psychischen Erkrankung oder Verhaltensstörung betroffen.

Im Auftrag der DAK-Gesundheit hat die Universität Bielefeld die Gesundheits- und Versorgungssituation von Jungen und Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern umfassend untersucht, wie es hieß. Die Studie sei repräsentativ und fuße auf Abrechnungsdaten aus den Jahren 2016 und 2017.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Laut DAK gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die Studie zeige, dass Stadtkinder eher Diagnosen für eine psychische Erkrankung bekämen als Gleichaltrige vom Land. Stadtkinder hätten insbesondere im späten Jugendalter, zwischen 15 und 17 Jahren, häufiger Depressionen. Gründe dafür könnten unterschiedliche Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen sein, erklärte die Leiterin der DAK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, Sabine Hansen. Für Stadtkinder existiere aber auch ein dichteres Netz an Fachärzten. Kinder in der Stadt bekämen leichter Hilfe und damit auch eine Diagnose.

„Wir wollen das Tabu brechen, das psychische Erkrankungen noch immer umgibt“, betonte Hansen. Die betroffenen Kinder litten oft für sich im Stillen, bevor sie sich jemandem anvertrauten und eine Diagnose bekämen. „Wir müssen aufmerksamer werden – ob in der Familie, in der Schule oder im Sportverein – und nachhaltig helfen“, sagte sie.

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