Viele Bereiche gewachsen : MV: Kräftiges Umsatzplus in Bauwirtschaft

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Nach dem Dämpfer im Vorjahr legt der Wohnungsbau wieder merklich zu. Aber auch öffentliche Hand und Wirtschaft leisten ihren Beitrag. Gänzlich zufrieden ist man in der Branche dennoch nicht.

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24. Juli 2019, 17:40 Uhr

Die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat seit Jahresbeginn massiv zugelegt und zur Abarbeitung des Auftragsberges ihr Personal aufgestockt. Wie der Landesbauverband am Mittwoch in Schwerin mitteilte, lagen die Umsätze bis Ende Mai mit insgesamt 604 Millionen Euro um 39,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Umsatzwachstum machte sich in allen Bereichen deutlich bemerkbar.

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«Der Wohnungsbau erreicht immerhin ein Plus von 58,7 Prozent gefolgt vom Wirtschaftsbau mit einem Plus von 38,6 Prozent», berichtete Verbands-Hauptgeschäftsführer Jörg Schnell. Auch der öffentliche Bau, wegen zuvor oft spärlicher Investitionen lange Zeit Sorgenkind der Bauwirtschaft, habe mit einem Zuwachs von 26,3 Prozent zum positiven Gesamtergebnis beigetragen.

Größte Investitionen im Wirtschaftsbau

Mit 196 Millionen Euro lag der mit Projekten von Kommunen, Land und Bund erzielte Umsatz höher als der im Wohnungsbau, der sich in den ersten fünf Monaten auf 181 Millionen Euro summierte. Die größten Investitionen gab es im Wirtschaftsbau, der für Umsätze in Höhe von 227 Millionen Euro sorgte.

Die Angaben des Bauverbandes basieren laut Schnell auf jüngsten Daten den Statistischen Landesamtes und des Bundesamtes für Statistik, die sich aber nur auf die etwa 230 Firmen mit 20 und mehr Beschäftigten beziehen. Werden auch die knapp 1000 Kleinbetriebe berücksichtigt, liegt der Gesamtumsatz der Branche im Land um etwa 70 Prozent höher. 2018 waren es insgesamt 2,4 Milliarden Euro.

Schnell: Dynamik lässt nach

Der Bauboom sorgte dafür, dass viele Betriebe ihre Mitarbeiterzahl aufstockten. Laut Schnell waren Ende Mai in den größeren Firmen etwa 10 000 Bauleute beschäftigt und damit knapp 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch im Vorjahr hatte es schon einen ähnlichen Beschäftigungszuwachs gegeben. Dem Verband zufolge waren Ende 2018 in der Baubranche landesweit 17 000 Arbeitnehmer tätig.

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Schnell verwies jedoch darauf, dass die Dynamik am Bau nachlasse. So hätten die Auftragseingänge im Monat Mai um 18,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats gelegen. Es sei daher dringend erforderlich, dass Baugenehmigungen erteilt werden und Ausschreibungen auf den Markt kommen. «Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit», mahnte der Verbandsgeschäftsführer.

Kritik an höherer Grunderwerbssteuer

Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, zeigte sich vor allem erfreut über den Zuwachs im Wohnungsbau. «Unsere Mitgliedsunternehmen haben als Bauherren dazu beigetragen», sagte er. Als Gründe für die deutliche Umsatzsteigerung nannte Breitner stabil niedrige Zinsen und die neuen Förderbedingungen des Landes. Nun müsse der Schwung in das zweite Halbjahr mitgenommen werden. Ziel bleibe, bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Voraussetzung dafür sei aber die Bereitstellung preiswerter Baugrundstücke. Die in Mecklenburg-Vorpommern beschlossene Erhöhung der Grunderwerbsteuer setze allerdings falsche Signale.

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