Tipps : Ein ohrenfreundliches Silvester

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Die Neujahrsnacht ist nicht jedem ein Genuss. Tipps zur Vermeidung von Knalltraumata und alternative Feiermöglichkeiten

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30. Dezember 2018, 05:00 Uhr

Silvester ohne Knallerei, das wäre für die meisten wohl wie Weihnachten ohne Tannenbaum. Dennoch stehen nicht alle dem lauten Ausklang des Jahres gut gelaunt gegenüber. Schließlich haben die Böller und Raketen durchaus Gefahrenpotenzial.

Ein Problem: Die Knallerei geht auf die Ohren. Eine laute Zündung und das Gehör kann nachhaltig geschädigt werden. „Es gibt verschiedene Arten eines Knalltraumas“, erklärt Prof. Dr. Martin Jäckel, Chefarzt Hals-, Nasen-, Ohrenkunde der Helois Kliniken Schwerin. Diese unterscheiden sich in Schwere und Dauer. „Die meisten Knalltraumata verschwinden nach kurzer Zeit von selbst. Dazu zählt das dumpfe Gefühl nach dem Discobesuch oder eben Silvesterknallerei.“

Schwerhörigkeit: Geduld gefragt

Im Falle einer vorübergehenden Schwerhörigkeit rät der Facharzt darum zur Geduld. „Bis zum 2. oder 3. Januar sollte das Gefühl wieder verschwunden sein.“ Sollte dem nicht so sein, dann ist ein Arztbesuch ratsam.

Stationäre Fälle gab es im vergangenen Jahr gar keine. Dennoch sollte Vorsicht geboten bleiben. „Gefahr geht zum Beispiel von den Polenböllern aus.“ Explodiert so ein Knallkörper dicht neben einem, kann der Schalldruck die feinen Sinneszellen-Härchen im Ohr abknicken und die Flüssigkeit im Innenohr derart aufwühlen, dass diese die Härchen überschwemmen, brechen und damit das Gehör dauerhaft beeinträchtigen. „Das ist dann wie ein kleiner Tsunami im Ohr. Und wenn die weg sind, sind die weg“, so der Arzt.

Knall mit Gehörschutz dämpfen

Geraten wird daher zum entsprechenden Abstand. „Mindestens fünf Meter sollten zwischen dem Mensch und dem Knaller liegen. Der doppelte Abstand halbiert wiederum den auf das Ohr treffenden Schalldruck.“ Wer ein sensibles Gehör hat, dem emphielt Dr. Martin Jäckel zudem das Tragen von Gehörschutzstöpseln. Diese gibt es in der Apotheke, sie haben bessere Dämpfungswerte als die gewöhnlichen Ohropax. „Damit kann der Knall massiv abgeschwächt werden.“

Und auch nach dem Silvesterabend kann etwas getan werden, um das eigene Gehör zu pflegen. „Der Verzicht auf Kaffee, Alkohol und Nikotin am ersten Tag des neuen Jahres schont das Ohr. Durch diese Substanzen würden sich die Gefäße nämlich verengen und das Knalltrauma braucht länger zum Abklingen.“

Übrigens: Geböllert werden darf nicht in der Nähe von Krankenhäusern, Seniorenheimen und Reetdächern.

Tipp 1: Lärm machen ganz ohne Rauch

Wer ordentlich Lärm machen will, um die bösen Geister zu vertreiben, der muss nicht zwangsläufig auf Knallkörper zurückgreifen. Auch aneinander geschlagene Kochtöpfe können für Krach sorgen, ohne die Gefahren der Böller. Und welches Kind darauf nicht verzichten möchte, sollte zu Knallerbsen  oder Tischfeuerwerk greifen.

Tipp 2: Einen Rückblick auf das Jahr nehmen

An Silvester können sich die Kinder nicht nur auf Knallerei freuen, sondern lieber auf das vergangene Jahr zurückblicken. Das geht wunderbar in der Familie. Jedes Mitglied sucht sich zum Beispiel einen Gegenstand, der in diesem Jahr von besonderer oder symbolischer Bedeutung ist und legt ihn auf den Tisch. Dann wird dazu eine Geschichte erzählt. Am Ende des Abends können die Familienmitglieder die Gegenstände dann zum  Beispiel auch vergraben. Damit ist ein schöner Abschluss für die Geschichte und das Jahr gefunden.

Tipp 3: Bleigießen und Zukunft raten

Es gibt viele andere Silvestertraditionen als Knallerei. So können Eltern und Kinder zusammen Blei gießen. Die Kinder gießen dann ihr Blei in Formen und raten, was es darstellen könne. Daraus können dann Zukunftswünsche oder Vorstellungen für das kommende Jahr abgeleitet werden.

Tipp 4: Wunderkerzen und Lichter

Diese bringen Kinder und Eltern gleichermaßen zum Strahlen – ohne den gefährlichen Nebeneffekt. Oder noch schöner: Viel mit Licht, zum Beispiel selber basteln. 

Tipp 5: Zum Jahreswechsel großzügig sein

Das Geld statt es in gefährliche Böller und vergängliche Raketen zu investieren lieber spenden. Ob das Tierheim um die Ecke oder eine große Hilfsorganisation – die vielen Euro können an anderer Stelle sinniger eingesetzt werden, meint die Erzieherin. Ein Deal wäre es, wenn dieselbe Summe, die für das Feuerwerk gezahlt wird auch noch einmal gespendet wird.

 

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