Neubrandenburg/Neustrelitz : Theater und Orchester GmbH stellt Pläne vor

Intendant Sven Müller.

Intendant Sven Müller.

Nach der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie soll das neue Programm präsentiert werden. Flexibilität ist Trumpf.

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08. Juni 2020, 09:33 Uhr

Nach der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie stellt die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz ihr neues Programm vor. Am Montag, 14 Uhr, wollen Intendant Sven Müller, Schauspieldirektorin Tatjana Reese und Generalmusikdirektor Sebastian Tewinkel erklären, wie Kulturinteressierte trotz der Einschränkungen an der Mecklenburgischen Seenplatte in Kürze wieder Theater und Musik erleben können. Geplant sind vor allem kleinere Formate, damit die Künstler und Spielstätten flexibler agieren können.

Kleines Intermezzo geplant

„Unter dem Motto “Willkommen zurück„ werden wir ab 19. Juni ein Sommer-Intermezzo geben“, sagte Intendant Sven Müller am Montag vor Journalisten in Neustrelitz. Geplant sind - soweit es die Corona-Einschränkungen erlauben - mehrere Konzerte mit Teilen der Neubrandenburger Philharmonie sowie beliebte Operettenmelodien unter dem Titel „Rote Orchideen“ in Neustrelitz und Neubrandenburg. Man hoffe, dass die von der Landesregierung angekündigte Regelung, ab 15. Juni wieder bis zu 200 Gäste statt bisher 75 Besucher begrüßen zu dürfen, wirklich komme.„Wenn wir spielen können, sollten wir das tun“, sagte Müller. Die TOG ist mit rund 200 Mitarbeitern eine der vier großen Bühnen im Nordosten und hatte durch den Corona-Ausfall etwa 40 000 Besucher weniger als in Vorjahren und rund 700 000 Euro weniger Einnahmen.„Bis März hatten wir mit 73 000 Besuchern genauso viele wie im Vorjahr“, sagte Müller. Dann kam der Bruch. Durch die sehr frühe Absage der Freiluft-Operette und des Sommerspektakels habe man aber auch mehrere hunderttausend Euro an Kosten gespart. Mit der Kurzarbeiter-Regelung könne das Theater diese Zeit überstehen, wenn man im Spätherbst wieder zu einem weitgehenden Normalbetrieb zurückkehren könne.

Unter den derzeitigen Bedingungen plant die GmbH für die neue Spielzeit ab August zunächst einmal kleinere Stücke. Intendant Müller kündigte an, dass die Preise für die Stücke dann auch etwas günstiger werden. Dazu gehöre die Kammeroper „Der Kaiser von Atlantis“ von Viktor Ullmann. „Das ist eine Utopie von einer neuen menschlichen Gesellschaft“, sagte Müller. Das Stück für 15 Sänger und Musiker entstand im NS-Konzentrationslager Theresienstadt und geht eine Stunde. Das Schauspiel will nach Angaben von Direktorin Tatjana Reese erstmals den Theater-Vorplatz bespielen. Hier werde die Komödie „Die Extrawurst“ aufgeführt und „Wohnen hinter Glas“ - ein Stück über eine WG - aufgeführt.

Einer der großen Bühnen in MV

Sie ist eine von vier großen Bühnen im Nordosten, neben dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, dem Volkstheater Rostock, das ab Montag ebenfalls einige Pläne vorstellt, sowie dem Theater Vorpommern in Stralsund und Greifswald. Dazu kommt die Vorpommersche Landesbühne Anklam, die von einem Verein betrieben wird.

Die Neubrandenburger Philharmonie, die zunächst das Sommer-Intermezzo bestreitet, will im Oktober unter anderem die 4. Sinfonie von Gustav Mahler in einer Bearbeitung von Arnold Schönberg aufführen. Mit diesem Stück hatten die Berliner Philharmoniker erst vor kurzem in einer Live-Übertragung vor leeren Rängen für Aufsehen gesorgt.

Das Volkstheater Rostock hat ebenfalls einen Mini-Betrieb wieder aufgenommen. Vor dem Theater auf dem Vorplatz wird ein einstündiger „Kunsthappen“ aufgeführt. Bei der „Happy Hour“ sollen Gäste auf die Produktionen eingestimmt werden, die ab August angeboten werden sollen.

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